Schülerwettbewerb 2025
PhilosophieArena
Smilla Schmidbauer, Klasse 9
Das Leben
Das Leben ist kein Ponyhof.
Das wird mir oft gesagt.
Es wird sich nie verändern, egal wie oft du klagst.
Egal wie oft du wagst, und die Existenz doch eigentlich sehr magst,
sie wird dich nicht verschonen und ab sofort in deinem Kopf als Zweifel wohnen.
Als kleines Kind mit 5 am Morgen,
noch keine Sorgen,
und doch eigentlich geborgen,
kämmt mir Mama meine Mähne.
Ich schrie so laut und quälte Tränen aus den Augen,
Mama wollte nicht glauben,
dass ihr Kind so empfindlich,
vor dem Tisch,
ne Krise kriegt wegen ein paar Haaren.
Sie hielt mich an den Armen fest,
mit dem gestress-testen Blick,
den ich jemals sah.
“Das Leben ist kein Ponyhof.”
Die Worte hallten durch meinen Kopf, sie gab mir einen Klopf auf den Kopf,
da meine Tränen nicht mehr flossen.
Doch dann entsprang meiner Mutter der Kamm,
und sie fing an, zu lachen.
Sie lachte so hell,
der Moment war schnell,
vergessen.
Und das Leben war auf einmal grell,
von Sonnenstrahlen die verbessern.
Mit 7 dann am Schulanfang,
gespannt,
mit all den neuen Freunden,
die mir alle leugnen,
dass das Lernen super wird.
Ich saß nun jeden Tag wie in ner Trance,
auf dem harten Stuhl aus Holz und war mucksmäuschenstill.
Ich hob meine Hand, denn das tut man so,
wenn man am Rand,
des Abgrunds steht und fragen muss,
um aufs Klo zu gehen.
“Das Leben ist kein Wunschkonzert.”
War das Herz der Menschen irgendwie gestört?
Kinder müssen Fragen um die Taten, die alltäglichen,
zu wagen und ihr hängt sie an Haken,
in einer Reihe auf.
Von schlau bis dumm.
Das ist doch völlig krumm.
Doch dann entsprang in der Klasse ein Gemurmel,
und die Geburt der Freundschaft war vollended.
Die Klasse sprang mit Worten and den Lehrer ran.
Meine Wangen wurden rot,
doch das Verbot,
das er erhob,
wurde schnell vergessen.
Mit 9 beim Mittagessen will ich dass Essen nicht mal testen.
Es ist Spinat, den keiner mag, außer die Erwachsenen.
Und das eine schräge Kind.
Ich mag es nicht,
doch es ist Pflicht,
den Teller leer zu putzen.
Genauso wie mein Vater, es doch so gut kann.
Ich schaue runter,
gar nicht munter und das Gemüse glotzt zurück.
“Das Leben ist kein Freudenschmauß.”
Mein Vater blickt mich an, und der Drang, ist schließlich doch zu groß.
Ich geb nicht an denn dieser Zwang macht mir langsam Angst.
Doch dann ertönte Papas Klang,
“Probier doch mal daran.”
Ich schniefte und der Drang,
war weg, ersetzt, und ohne Wahn,
schnupperte ich daran.
Mit 11 in eine neue Schule.
Die Freunde mit denen ich doch,
so eben gerade noch,
gelacht, geweint, gewütet hab,
gehen jetzt weit weg,
ab in’s andre Eck.
Wir hatten doch grad erst angefangen uns zu verstehen,
erwachsener zu leben und auf feste Bindungen einzugehen.
Und jetzt wollt ihr dass,
ich all das hinten lass,
und mich aufs lernen konzentriere.
“Das Leben ist kein Zuckerschlecken.”
Das wird doch immer besser!
Am liebsten nehm ich mir das Messer,
das tief in meinem Rücken steckt und das Loch zu meinen Sorgen verdeckt,
dass es euch auch ansteckt.
Doch dann entspann-te ich mich,
mein bester Freund.
Er war hier,
bei mir.
Und vielleicht,
war das etwas das reicht.
Mit 13 dann die nächste Wahl.
Spanisch oder NWT?
Wie soll ich das denn wissen,
was ich früher mal machen will?
Ich bin doch nur ein Kind,
das still,
den Regeln dieses Hauses folgt.
Ihr wollt dass wir,
unsre Zukunft hier,
zerschlagen.
Uns brechen prügeln,
bis wir eventuell in ein paar Jahren,
in eure vorgepressten Formen passen.
“Das Leben ist kein Freifahrtschein.”
Was soll das überhaupt bedeuten?!
Ich habe keine,
wirklich keine Ahnung was der Vorrat des Lebens mit mir vor hat.
Ihr wollt dass wir alle hier,
so tun als wären wir so wie ihr.
Doch dann erkann-te ich,
dass ihr,
doch eigentlich,
so seid wie wir.
Ihr alle wart mal Kinder,
vergesst das nicht.
Ihr wollt doch eigentlich,
die beste Sicht,
für uns.
Ihr.
Ihr seid alle die, die unsere Gesellschaft,
selbst als Kind,
schon in die Knie zwingt,
denen die Zeit entrinnt,
die nicht mehr blind,
den Regeln folgen sollten.
Das Leben kann so vieles noch und doch wollt ihr es kontrollieren.
Bezwingen, in die Knie bringen und für immer binden, in eure Gesellschaftlichen Normen.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Das wird mir oft gesagt.
Doch nur wer gewagt,
hat, der gewinnt,
sein Leben zu verändern,
umändern,
abändern,
verbessern.
Und du wagst, diese Existenz die du doch magst,
du wirst sie nicht verschonen und sie wird ab sofort in deinem Kopf als Hoffnung wohnen.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Da gebe ich euch recht.
Das Leben ist doch so viel mehr,
es auf ein Wort zu reduzieren,
ist doch nicht gerecht.
Das Leben, es ist bund, und voller emotionen,
Momente die in deinem Kopf wohnen,
sich es dort gemütlich machen,
damit du jeden Tag aufwachen,
kannst und sagst,
“Ich will heut gutes machen!”
Damit du Freude fühlen kannst,
und mit deinen Freunden tanzt,
den ewig schönen Glanz,
des er-lebens,
wieder-lebens,
neu-lebens,
er-leben kannst.
Das Leben ist kein Ponyhof.
Es ist ein Leben.





