Das deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik trauert um seinen langjährigen Mitstreiter, Freund und Förderer

Karl-Hermann Blickle

* 13.7.1950      +25.7.2022

der kurz nach seinem 72. Geburtstag plötzlich und unerwartet zu Hause verstorben ist. Er wurde am 1. August unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in Rosenfeld bei Balingen beigesetzt.

Karl-Hermann Blickle erlernte den Kaufmannsberuf im Textilgewerbe seiner Heimat und studierte in Freiburg Volkswirtschaftslehre und Internationale Beziehungen. Schon früh erkannte er auf der Basis seiner Tätigkeit im Textilhandel die Probleme und Herausforderungen der internationalen Wertschöpfungsketten und setzte sich nachhaltig für eine Verbesserung der Entwicklungszusammenarbeit ein. Vor diesem Hintergrund ergab sich auch seine Mitwirkung in Verein und Vorstand des DNWE, sowie insbesondere in der Jury des DNWE-Preises für Unternehmensethik, den er neben seiner inhaltlichen Sachkompetenz in den letzten Jahren auch materiell durch seine Stiftung S.H.A.R.E. für Mikrofinanzierung in der Entwicklungszusammenarbeit mit förderte.

Motivation und Fundament dieses Engagements war zeitlebens sein Bestreben um Aussöhnung der christlich-jüdischen Beziehungen durch interreligiösen Dialog, der sich zu einem “Trialog” unter Einbeziehung der Muslime erweiterte und in der Gründung der Stiftung “Stuttgarter Lehrhaus für interreligiösen Dialog” im Jahre 2010 gipfelte, seinem großen Lebensprojekt. Der Anteil von tief bewegten Trauernden aus diesem Umfeld war entsprechend groß in Rosenfeld. Und so fand das weitreichende Engagement von Karl-Hermann Blickle nicht nur in der sehr persönlichen Trauerrede von Propst i.R. Dietrich Heyde, einem Freund von Karl-Hermann und Lisbeth Blickle aus gemeinsamen Jugendtagen in Jerusalem, eine eindrückliche Würdigung, sondern im letzten Geleit auch in einem jüdischen Grabgesang, der ihn als Gerechten unter den Völkern heraushob.

Das DNWE verliert mit Karl-Hermann Blickle einen großen Freund und Förderer, dem wir zu Dank und ehrendem Gedenken verpflichtet sind. Gewiss noch viel mehr aber verliert durch seinen plötzlichen Tod die Familie Blickle, seine Ehefrau Lisbeth und die vier Kinder samt Familien. Wir wünschen ihnen allen viel Kraft dabei, die Ereignisse anzunehmen und sein Vermächtnis fortzuführen.

TU Dresden – Internationales Hochschulinstitut (IHI) Zittau
Prof. em. Dr. Albert Löhr

 

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