In einem Festakt mit rund 500 Gästen wurden am Dienstag, dem 04.04.2017 im „Forum am Schlosspark“ in Ludwigsburg die Preisträger des 8. Deutschen CSRPreises 2017 ausgezeichnet. Die Preisverleihung ist Höhepunkt des zweitägigen Deutschen CSR-Forums – Internationales Forum für Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit –, das zum 13. Mal stattfand.

Mit dem Deutschen CSR-Preis für herausragendes CSR-Engagement wurde Dr. Michael Otto, Aufsichtsratsvorsitzender der Otto Group, geehrt. Die Laudatio hielt Jakob von Uexküll, Gründer des „Right Livelihood Award“ („Alternativer Nobelpreis“) und des World Future Council.

Ebenfalls besonders ausgezeichnet wurde Zalando, Berlin. Das Unternehmen erhielt den Sonderpreis „Gelungene Maßnahmen zur Flüchtlingsintegration„. Zalando hat – als noch recht junges Unternehmen – einen ganz neuen, innovativen Weg mit strategischer Perspektive beschritten. Die Jury fand besonders auszeichnungswürdig, dass Zalando einen sektorübergreifenden Ansatz verfolgt, sich mit vielen Experten und Partnern vernetzt hat und darauf setzt, gute, bewährte Integrationsprogramme zu identifizieren, um diese zu skalieren. Über einen „Innovationsfond Integration“ wird ganz konkrete Starthilfe für eine tatsächliche Skalierung dieser guten Ideen geleistet. Die Nachhaltigkeit wird durch ein spezielles Begleitprogramm gewährleistet. Die Jury findet, dass das von Zalando selber als ihr „CR-Gesellenstück“ betitelte Vorgehen die Prüfung mit Bravour bestanden hat.

Die Ehrungen im Einzelnen

Neumarkter Lammsbräu Gebr. Ehrnsperger, Neumarkt, erhält den Deutschen CSR-Preis für „Biodiversitätsmanagement zum Erhalt der weltweiten biologischen Vielfalt“.

Bei Neumarkter Lammsbräu hat der Schutz der Biodiversität eine Schlüsselrolle und ist fest im betrieblichen Management verankert – mit konkreten Zielen und Maßnahmen für eine kontinuierliche Verbesserung. Auch die Lieferanten werden in die Pflicht genommen: Der Schutz der biologischen Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil des „Code of Conduc“, den alle Zulieferer erfüllen müssen. Das Unternehmen trägt der Komplexität des Themas Rechnung und schult Landwirte und Mitarbeiter regelmäßig – nicht nur theoretisch, sondern auch im Rahmen von praktischen Initiativen wie z.B. dem Schutz von Ackerwildkräutern. Forschungsprojekte wie „Firmen fördern Vielfalt“ oder die Förderung der ökologischen Saatgutzüchtung tragen dazu bei, neue Erkenntnisse zu erlangen und dem dramatischen Verlust der Biodiversität effektive Maßnahmen entgegen zu setzen.

 

In der Kategorie „CO2-Vermeidung als Beitrag zum Klimaschutz“ geht der Deutsche CSR-Preis 2017 an das HiPP-Werk Georg Hipp, Pfaffenhofen.

Durch den Einsatz erneuerbarer Energien produziert das Werk in Pfaffenhofen seit 2011 klimaneutral. Seine CO2-Emissionen konnte HiPP von 2000 bis 2016 – trotz höherer Produktionsmengen – um gut 87% senken. Das Hauptziel – die klimaneutrale Produktion in den HiPP Werken Österreich, Ungarn und Kroatien – wurde im letzten Jahr erreicht. Zukünftig soll durch angepasste Verpackungen, optimierte Logistik und über eigene Humusprojekte die gesamte Lieferkette CO2-neutral werden.

 

Der Deutschen CSR-Preis in der Kategorie „CSR-Kommunikation“ geht an iglo, Hamburg.

Nachhaltigkeit ist in der Unternehmens-DNA von iglo fest verankert. Das Projekt „Origin“ zielt am Beispiel des „Blubb-Spinats“ darauf ab, CSR anfassbar zu gestalten. Es geht darum, regionale Herkunft herauszustellen, Leidenschaft für naturnahe Landwirtschaft zu visualisieren, Mitarbeiter als Multiplikatoren für Nachhaltigkeit zu begeistern und Lust auf nachhaltige Produkte zu machen. Dafür nutzt das Unternehmen verschiedene Kommunikationskanäle, wie z.B. Besucherprogramme vor Ort auf dem Feld und im Werk, Online-Videos auf der Website und in den sozialen Medien, Tracking-Codes auf der Packung für Transparenz in Sachen Herkunft TV-Reportagen und Pressemitteilungen.

 

Sieger in der Kategorie „Vorbildliche Kooperation eines Unternehmens mit NGOs/NPOs“ ist Kyocera Document Solutions Deutschland, Meerbusch.

Bei Kyocera beeindruckte die Jury die enge Zusammenarbeit mit der Deutschen Umwelthilfe und das langjährige Engagement des Konzerns im Bereich der Umwelt – für den Kyocera sogar selbst einen eigenen Preis vergibt.

 

Kategorie „CSR in der Lieferkette“: Preisträger ist Fond of Bags, Köln.

Aufgrund des ganzheitlichen CSR-Ansatzes in Verbindung mit einer hohen Authentizität und Glaubwürdigkeit spricht sich die Jury eindeutig für „Fond of Bags“ als ersten Preisträger aus.

Auch im Vergleich mit den Bewerbungen aus den letzten Jahren ist dies eine herausragende Bewerbung. Man bemüht sich gleichermaßen um Verbesserungen für Mensch und Umwelt: Chemische Reinheit durch Verwendung von bluesign-approved-Stoffen, Ressourcenschutz durch Verwendung von recycleten PET-Flaschen, soziale Verbesserungen durch Einführung des Standards der Fair-Wear-Foundation.

 

Den Deutschen CSR-Preis in der Kategorie „Bürgerschaftliches Engagement“ wurde Hogan Lovells International, Frankfurt, zuerkannt. 

Das Engagement von Hogan Lovells hat die Jury beeindruckt durch seine Vielschichtigkeit der Maßnahmen und der Orientierung an den Bedürfnissen der Geflüchteten, die konsequente Einbindung der Mitarbeitenden und ihrer spezifischen Kompetenzen sowie deren hohem persönlichen Engagement. Über Trainings für ehrenamtlich engagierten Studierenden der „Refugee Law Clinic“ wurde zu deren Befähigung zum Engagement beigetragen.

 

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