Mit 15 Engagement-Aktivitäten für Klimaschutz, Menschenrechte und Steuergerechtigkeit haben die sieben SfC-Mitglieder in der Hauptversammlungssaison 2018 ihre Entschlossenheit zum Handeln unter Beweis gestellt. Dabei reicht die Spannweite der durchgeführten Engagement-Aktivitäten von Redebeiträgen auf Hauptversammlungen und Gesprächen mit Unternehmensvertretern über Stimmrechtsausübungen bis hin zur Teilnahme an öffentlichen Investorenkampagnen. Genauso vielfältig wie die Engagement-Aktivitäten sind auch die Unternehmen und Finanzmarktakteure, die vom SfC zu Nachhaltigkeitsthemen angegangen wurden: von Daimler und Eni, über Generali und Rheinmetall bis hin zur EU-Kommission.

Am 28. Juni stellte die Bank für Kirche und Caritas eG (BKC) gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Shareholders for Change (SfC) den ersten Bericht der SfC Engagement-Aktivitäten bei einer Pressekonferenz in Wien im Haus der fair-finance Vorsorgekasse vor. Das im Dezember 2017 gegründete Netzwerk europäischer institutioneller Investoren beschreibt darin die Hauptaktivitäten ihrer Engagement-Bemühungen in der Hauptversammlungssaison 2018. „Mit insgesamt 22 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen haben wir als SfC auf verschiedenen Hauptversammlungen Redebeiträge eingebracht, unsere Stimmrechte ausgeübt und sind aktiv in einen persönlichen oder schriftlichen Austausch mit Unternehmen gegangen, um Nachhaltigkeitsaspekte zu thematisieren“, berichtet Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas. Die dabei mit Unternehmen behandelten Nachhaltigkeitsthemen umfassen Fragen der Lieferkette für Kobalt in der Autoindustrie, aggressive Steuervermeidungspraktiken, überbordende Vorstandsvergütungen oder bestehende Finanz- und Umweltrisiken aus der Beteiligung an der Kohleindustrie. Insgesamt sind so 15 Engagement-Aktivitäten gestartet worden, die nun weiter verfolgt werden.

„Die mit unseren Engagement-Aktivitäten erreichten Ergebnisse zeichnen ein differenziertes Bild“ resümiert Tommy Piemonte. „Wir haben eine generelle Gesprächsbereitschaft bei Unternehmen wie Generali, Renault oder Inditex/Zara bei den angesprochenen Nachhaltigkeitsthemen erreichen können und bei der DZ Bank haben wir sogar, gemeinsam mit anderen Nachhaltigkeitsinvestoren, dazu beigetragen, dass sich diese zukünftig aus der Projektfinanzierung von Kohlekraftwerken zurückzieht. Mehr Schwierigkeiten mussten wir dagegen bei Rheinmetall und Leonardo, beides Unternehmen mit einer großen Rüstungssparte, feststellen“, ergänzt Herr Piemonte.

Der Hauptkoordinator des SfC-Netzwerks Mauro Meggiolaro von der italienischen Fondazione Finanza Etica bestätigt aber, dass Engagement ein Prozess ist, der nicht nach der Hauptversammlung aufhört. „Wir werden auch im zweiten Halbjahr 2018 nicht locker lassen mit unseren Engagement-Bemühungen und die gestarteten Unternehmensdialoge fortführen“, fügt Herr Meggiolaro hinzu. Neben dem heute veröffentlichten Engagement-Bericht soll zum „Winter-Meeting“ des SfC in Paris ein Untersuchungsbericht über aggressive Steuervermeidung europäischer Unternehmen veröffentlicht werden, an dem gerade gearbeitet wird.

Über die Aktivitäten des Engagement-Netzwerks Shareholders for Change informieren wir regelmäßig in dem Newsletter „Action!“, für den Sie sich auf unserer Website anmelden können: https://www.bkc-paderborn.de/nachhaltige-geldanlagen/nachhaltigkeitsfilter/engagement.html

 

Download

Engagement-Bericht (in englischer Sprache)

 

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