In die Bachelor- und Masterstudiengänge der Cologne Business School sind Business Projects integriert, bei denen die Studierenden in Zusammenarbeit mit Unternehmen reale oder realitätsnahe Cases bearbeiten. Am 18. Mai haben Master-Studierende des Fachs Intercultural Management unter Leitung von Prof. Dr. Brigitta Herrmann die Abschlusspräsentationen ihres Business Projects gehalten und die Ergebnisse den Kommilitonen und Projektpartnern vorgestellt. Thema des gesamten Business Projects waren die 17 Sustainable Development Goals (SDGs) – politische Zielsetzungen für eine nachhaltige Entwicklung. Partner waren das Sustainable Development Solution Network Germany (SDSN Germany) sowie das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE), von denen Vertreter bei den Präsentationen an der Cologne Business School vor Ort waren.

Fünf Arbeitsgruppen haben Anfang des Jahres eines der 17 SDGs ausgewählt und sich eine Vorgehensweise überlegt, wie dieses Ziel in die Praxis umgesetzt werden kann. Alle Arbeitsgruppen haben dabei eng mit Unternehmen aus der Kölner Region zusammengearbeitet und sich verschiedene Ansätze überlegt. Eine Gruppe beschäftigte sich mit SDG 6 („Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten“) und konzentrierte sich auf das Thema Wasserverunreinigung. Nach Kontaktaufnahme mit einem Energieversorgungsunternehmen und einem Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft stellten sie fest, dass die Entsorgung von Medikamenten über den Abfluss hier ein erheblicher Faktor ist. Um dieses Problem zu lösen, entwickelten sie einen Flyer, der auf die richtige Entsorgung hinweist und beispielsweise in Apotheken ausgelegt werden könnte. Eine weitere Gruppe entwarf mit Blick auf SDG 3 („Ein gesundes Leben für alle Menschen, jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“) ein Handbuch, das die Gesundheit der Mitarbeiter des Start-ups Syncronice fördern soll. Vorab ermittelten die Studierenden die häufigsten Ursachen der Mitarbeiter bei Syncronice für gesundheitliche Beschwerden und griffen in dem Handbuch Problemlösungen dafür auf. So sind dort unter anderem einfach auszuführende und in den Büroalltag integrierbare Fitnessübungen dargestellt. In Zusammenarbeit mit der AXA erstellten sie zudem ein Bewertungssystem für Lebensmittel.

Insgesamt drei Gruppen beschäftigten sich mit SDG 12 („Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“), wobei sie unterschiedliche Schwerpunkt legten. Eine Arbeitsgruppe stellte die Nachhaltigkeitsstrategie der CBS in den Fokus und beschäftigte sich mit der Frage, wie dem Thema an der Hochschule noch mehr Aufmerksamkeit zukommen kann. In Zusammenarbeit mit dem CASM-Team ermittelten sie unter anderem, inwiefern die SDGs der Studierendenschaft ein Begriff sind und präsentierten Lösungen, wie Nachhaltigkeit vermehrt an der CBS gelebt werden kann. Eine weitere Gruppe Studierender befasste sich mit den negativen Auswirkungen auf die Umwelt bei der Textilherstellung. Hier arbeiteten sie mit zwei fairen Kölner Bekleidungsgeschäften zusammen und entwickelten eine Social Media Kampagne, um auf den immensen Wasserverbrauch bei der Herstellung von Kleidung aufmerksam zu machen. Die letzte Arbeitsgruppe stellte unter dem Titel „Taste the Waste“ das Konzept des Kölner Unternehmens The Good Food vor, das Lebensmittel anbietet, die genießbar sind, aber aus verschiedenen Gründen nicht im herkömmlichen Supermarkt verkauft werden. Die Studierenden produzierten einerseits ein Video, das auf die Webseite des Lebensmittelgeschäfts eingebunden wird, und entwarfen einen Business Plan, wie das Unternehmenskonzept weiter ausgebaut werden kann.

Im Anschluss an die Präsentationen gab es eine Diskussionsrunde, bei der die Studierenden sowie die Vertreter des SDSN Germany und des DNWE offene Fragen zu den einzelnen Projekten klären konnten. Insgesamt haben alle Beteiligten wertvolle Erkenntnisse aus den Präsentationen mitgenommen und waren beeindruckt von den Vorgehensweisen und Ergebnissen der einzelnen Gruppen.

 

Die Autorin

Prof. Dr. Brigitta Herrmann

Diplom Volkswirtin und Diplom Theologin, seit 2011: Professorin für Globalisierung, Entwicklungspolitik und Ethik an der Cologne Business School, seit 2009 Lehrbeauftragte für Ethik in den Wirtschaftswissenschaften an der Goethe Universität Frankfurt. 2006-2010 Geschäftsführerin von Oikocredit Deutschland, zuvor Referentin für Entwicklungspolitik bei Misereor, Leiterin der Abteilung Welthandel und Welternährung bei Germanwatch und Leiterin des Projektes „Politische Steuerung der ökonomischen Globalisierung“ bei der Deutschen Kommission Justitia et Pax.

 

 

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