„Wir müssen junge Menschen für eine nachhaltige Entwicklung begeistern und zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen und ihnen klarmachen, dass ihre Entscheidungen Menschen nachfolgender Generationen und in anderen Erdteilen beeinflussen. Bildung für eine nachhaltigere Entwicklung ermöglicht es jedem Jugendlichen, die Auswirkungen des eigenen Handelns auf die Welt zu verstehen und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ – Mit diesem Appell sprach sich heute Dr. Ulrich Witte, Abteilungsleiter Umweltbildung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), zum Internationalen Tag der Jugend für gesteigerte Anstrengungen im Bildungssektor aus. Forschung und Entwicklung von Technologien könnten die notwendige Anpassung an sich verändernde Lebensbedingungen schaffen. Witte: „Bildung für Kita- und Grundschulkinder soll schon bei den Jüngsten die Grundlagen legen für Herausforderungen und Verantwortlichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung in unserer heutigen Gesellschaft.“

Sechs mobile Tüfteltruhen zu aktuellen Umweltthemen

Als ein gelungenes Beispiel für die zahlreichen Bemühungen der DBU nannte Witte ein gerade abgeschlossenes Projekt der Alice Salomon Hochschule in Berlin, in dem es um „Tüfteltruhen“ für Kinder an Kindertagesstätten und in Grundschulen ging. Ziel des Projektes war es, sechs mobile Tüfteltruhen zu aktuellen Umweltthemen zu entwickeln, die Interessen der Kinder für Umweltbildungsthemen zu steigern und sie dafür zu sensibilisieren. Außerdem sollten pädagogische Fachkräfte in der naturwissenschaftlich-technischen Umweltbildung in ihren Kompetenzen gefördert werden.

Natürliche Neugierde, kreative Lust und Forschergeist der Kinder im Blick

Im Laufe des Projektes wurden mobile Tüfteltruhen nach den Prinzipien der Lernwerkstattarbeit entwickelt zu den Umweltbildungsthemen „Luft lüften – Wind bringt’s“, „Boden schätzen“, „Wasser marsch!“, „Leise-Lauter-Lärm“, „Forsches Viertel – Erkunde Deine Umgebung!“ und „Rohstoffreise – Entdecke, was in den Dingen steckt!“ Dabei konnten Rückschlüsse auf Inhalt, Einsatzmöglichkeiten und Handhabbarkeit der Tüfteltruhen gezogen werden. Lernwerkstätten bieten anregungsreiche Räume zum Experimentieren, Entdecken und kreativen Gestalten. Sie sind auf die freie Arbeit mit bedeutungsoffenen Materialien und ästhetische Bildungsprozesse oder Erfahrungen mit Mathematik, Naturwissenschaften und Technik ausgerichtet. Sie knüpfen an die natürliche Neugierde, die kreative Lust und den Forschergeist der Kinder an.

interaktive Auseinandersetzung mit Materialien

Während der Erprobungsphasen habe sich gezeigt, dass die mobilen Tüfteltruhen von den Kindern sehr positiv aufgenommen worden seien und die Interessen der Kinder für projektbezogene Umweltbildungsthemen durch ihren Einsatz hätten gesteigert werden können. Auch die Pädagogen in den jeweiligen Institutionen hätten den gemeinsamen regelmäßigen Austausch und die Arbeit an einer gemeinsamen Idee als gewinnbringend empfunden, so dass auch über das Projektende hinaus ein Fortbestand des Netzwerks geplant sei. Gemeinsam mit dem Team des Kinderforscherzentrums HELLEUM wurde ein Fortbildungsformat für Pädagogen entwickelt, das neben einer konzeptionellen Einordnung der Tüfteltruhen auch methodische Einstiegsmöglichkeiten vorstellte und eine interaktive Auseinandersetzung mit den Materialien ermöglichte.

Beispiel inklusiven Lernens im Berlin-Brandenburger Rahmenlehrplan

Vom Erfolg des Projektes zeigte sich Witte überzeugt: „Die entwickelten Lernkonzepte gehen über in das regelmäßige Angebot des HELLEUMS. Positiv ist auch die Aufnahme als Modellbeispiel inklusiver Lernmethoden in den neuen Berlin-Brandenburger Rahmenlehrplan für den Sachunterricht.“ Das Projekt komplettiere das Engagement der DBU für das HELLEUM in Berlin-Hellersdorf. Das entwickelte, erprobte und etablierte von 2015 bis 2017 – ebenfalls fachlich und finanziell von der DBU unterstützt – ein neues mobiles Umweltbildungsangebot für fünf- bis zwölfjährige Kinder in Kindertagesstätten und Schulen. Das HELLEUM eröffne Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern Chancen, Interesse an der naturwissenschaftlichen Umweltbildung zu entwickeln und ihre Eltern in diese Prozesse einzubeziehen. Sie können an Bildungsangeboten teilnehmen, die in Wohnortnähe liegen, kostenlos sind und ein pädagogisches Konzept vorhalten, das nicht dem üblichen didaktischen schulischen Angeboten entspricht. Witte: „Das HELLEUM wird gerade in den offenen Angeboten von Kindern besucht, deren Eltern ihnen wenig Gelegenheit bieten können, zu anderen naturwissenschaftlichen Einrichtungen Berlins zu reisen. Damit leistet es gerade für diese benachteiligten Kinder einen wesentlichen und wichtigen Chancenausgleich.“

 

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