Martin Könneker ist Prozessorganisator und Nachhaltigkeitsbeauftragter bei der ASSMANN BÜROMÖBEL GmbH & Co. KG.

Auf dem 3. Deutschen CSR-Kommunikationskongress diskutiert er im Workshop „Kommunikatoren und Manager: Aktivisten für CSR?“ unter anderem die Frage wer CSR im Unternehmen vorantreibt.

Mit einem Umsatzwachstum von 35% in den letzten 3 Jahren und einer Eigenkapitalquote von 71% legt Assmann beeindruckende Erfolgskennzahlen in einer schwierigen Branche vor. Welchen Anteil hat daran die Nachhaltigkeitspolitik des Unternehmens?

Der genaue Anteil der Nachhaltigkeitspolitik am Unternehmenserfolg ist natürlich schwer zu beziffern. Wir nehmen jedoch wahr, dass das Interesse unserer Kunden bezüglich Fragen der Nachhaltigkeit zunimmt und Themen wie der Einsatz erneuerbarer Energie oder auch Verantwortung in der Lieferkette mehr Einfluss auf die Vergabe von Aufträgen bekommen. Und insbesondere für öffentliche Institutionen, die eng mit der Politik und den dort gesetzten Prioritäten (z. B. NAP Wirtschaft und Menschenrechte) verbunden sind, legen Wert auf eine durchgängige Nachhaltigkeitsstrategie.

Der „Erfolgsfaktor Mensch“ ist ein wesentlicher Teil Ihres Nachhaltigkeitsleitbildes. Was bedeutet das für Sie und wie wirkt sich das in der Kommunikation aus?

Als Familienunternehmen in der dritten Generation fühlt sich das Unternehmen ebenso wie Dirk Aßmann als Gesellschafter seinen Mitarbeitern sowie der Region verpflichtet. Deshalb haben wir mehrfach extern unsere Mitarbeiter im Rahmen der TOP JOB Zertifizierung befragen lassen. Die Ergebnisse werden durch das Institut für Führung und Personalmanagement der Universität St. Gallen aufbereitet und wir bekommen ein qualifiziertes Feedback, aus dem wir Maßnahmen ableiten, um somit unsere Arbeitgeber-Attraktivität weiter zu steigern. So sind beispielsweise neue Kommunikationskanäle für unsere Mitarbeiter entstanden und Führungsgrundsätze unter Beteiligung der Mitarbeiter erarbeitet worden. Um auf die Anforderungen moderner und digitalisierter Arbeitsumgebungen reagieren zu können, sind wir zudem Teil des AOK Innovationsprojektes „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“, aus dem wir wichtige Hinweise und Forschungsansätze erhalten und bei ASSMANN umsetzen können.

Sie arbeiten bevorzugt mit Lieferanten aus der Umgebung bzw. aus Deutschland zusammen. Inwiefern müssen Sie auch für diese „Aktivist in Sachen Nachhaltigkeit“ sein?

Nicht alle Unternehmen haben das Thema Nachhaltigkeit gleichermaßen in ihrem Unternehmen integriert. Es gibt in unserem Lieferantenportfolio Unternehmen, die selbst eine Vorreiterrolle einnehmen. Mit diesen Lieferanten ist ein kontinuierlicher Austausch wichtig, damit man voneinander lernen und gemeinsam wachsen kann. Andere Unternehmen benötigen viel Unterstützung bei der Entwicklung eines umfassenden Verständnisses von Nachhaltigkeit. Hier unterstützen wir durch Expertise und geben in Lieferantenaudits konkrete Entwicklungshinweise. Man darf aber grundsätzlich nicht vergessen, dass die Spanne vom kleinen Handwerksbetrieb bis zu Großunternehmen und Konzernen mit mehreren tausend Mitarbeitern reicht. Da kann man nicht überall den gleichen Maßstab ansetzen sondern muss individuell Zustände und Entwicklungen betrachten. Wichtig ist allerdings, dass eine positive Tendenz erkennbar ist.

 

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