Das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik veranstaltet einen Zukunftsdialog mit Partnern aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Wissenschaft zu neuen Kooperationen für nachhaltige Entwicklung. Ein Anlass, um über die Verzahnung des Nationalen Programms von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit der Wirtschaft nachzudenken.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) der Provadis Hochschule, dem Stifterverband, dem B.A.U.M. e.V. und anderen Kooperationspartnern veranstaltete das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (DNWE) am 27.11.2018 in Frankfurt eine Netzwerkveranstaltung zum Thema „Rethinking Sustainability & Cooperations!“. Im Rahmen eines hochwertig besetzten Panels und verschiedener Workshops debattierten ExpertInnen aus unterschiedlichen Bereichen über die künftigen Herausforderungen einer gesellschaftlichen Transformation hin zu mehr Nachhaltigkeit. „Diese kann nur durch enge Kooperationen von Unternehmen mit der Zivilgesellschaft erreicht werden. Der Austausch muss dabei stärker als Mehrwert erkannt und praktiziert werden“, fasst Katharina Knoll, Mitglied im DNWE-Vorstand, zusammen.

 

Transformation mit Dialog gestalten

Über die Rolle von Unternehmen in der „großen Transformation“ diskutierten der Präsident des Wuppertal Instituts Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Sabine Emmerich von Boehringer Ingelheim, Dr. Lothar Meier von Infraserv Höchst und Dr. Katharina Reuter von UnternehmensGrün. Ein zentraler Begriff der Diskussion lautete „Zukunftskunst“ – die Kompetenz, das Zusammenspiel von technologischen, ökonomischen, politisch-institutionellen und kulturellen Aspekten in der großen Transformation zu verstehen und sie für eine Nachhaltige Entwicklung nutzbar zu machen. Es sei eine sektorübergreifende Zusammenarbeit von Unternehmen, Zivilgesellschaft, Politik und Wissenschaft notwendig, um die große Transformation zu gestalten, so Prof. Schneidewind. Eine derartige Transformation könne nur über einen „shared-value“-Ansatz und mit kreativen, praxisorientierten Akteuren, die Bereitschaft zur Weiterentwicklung zeigen ermöglicht werden. Dafür setzt sich Boehringer Ingelheim insbesondere auch in seinem Projekt Making More Health ein, ergänzte Sabine Emmerich. Dr. Lothar Meier kommentierte, dass nachhaltiges Denken und Arbeiten eine traditionelle Stärke der Chemie sei, die seit über 150 Jahren zu höherer Wirtschaftlichkeit, neuen Produkten und Ressourcenschonung beigetragen hat. Diese Stärke gilt es, auch in der Zukunft zum Wohle aller Stakeholder zu nutzen, wofür sich Infraserv Höchst insbesondere auf lokaler Ebene in Bildungs- und Ökologischen Projekten engagiert. Dr. Katharina Reuter betonte die Rolle von klein und mittelständischen Unternehmen, die wichtiger Katalysator für Nachhaltigkeit sind. Für mehr Engagement braucht es dennoch entsprechende Rahmenbedingungen aus der Politik hin zu mehr Nachhaltigkeit, aber auch eine Machtverlagerung in der Politik, so Reuter.

 

Bildung für nachhaltige Entwicklung stärker mit Unternehmensakteuren verzahnen

In den Workshops wurde die Verknüpfung von Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) mit unternehmerischen Themen vertieft. Es wurde unter anderem deutlich, dass spezifische Gestaltungskompetenzen für Mitarbeiter, wie ein vernetztes und sozialunternehmerisches Denken, wichtig sind, um mehr Nachhaltigkeit in Unternehmen zu fördern. Unternehmensengagement kann für BNE dabei als Innovationstreiber nutzbar gemacht werden. Kleine und mittelständische Unternehmen sind insgesamt zur nachhaltigen Transformation wichtig und ihre spezifischen Herausforderungen müssen stärker im Prozess berücksichtigt werden. Des Weiteren ist die strukturelle Verankerung von Nachhaltigkeit in Aus- und Weiterbildung sowie eine verpflichtende fachübergreifende curriculare Verankerung von Nachhaltigkeitsthemen in die Lehre von Hochschulen notwendig, um BNE strukturell zu verankern – lauteten die zentralen Ergebnisse der Workshops.

 

Fazit

„Der Dialog machte deutlich, dass Unternehmensengagement ein wichtiges Element zur Verzahnung von Unternehmen und Gesellschaft sein kann. Unternehmen werden künftig nur erfolgreich sein, wenn sie ihren gesellschaftlichen Beitrag verdeutlichen und in einen engeren Dialog mit den Stakeholdern gehen. In Bezug auf das Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) ist eine stärkere Verzahnung mit aktuellen Unternehmensthemen notwendig. Dafür braucht es Narrative und Bildungslandschaften für Unternehmen, damit das Programm eine stärkere Aufmerksamkeit erlangt – und damit seinen Umsetzungscharakter nachhaltig stärkt“, zieht Katharina Knoll ein Fazit der Veranstaltung.

 

Weiterführende Informationen:

Impulspapier für eine nachhaltige Entwicklung: Unternehmensengagement der Chemie- & Pharmabranche,
[Hrsg.: ZiviZ im Stifterverband, Zentrum für Industrie und Nachhaltigkeit (ZIN) an der Provadis Hochschule]

 

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