Einer globalen Studie der HSBC zufolge, passt die Nachfrage nach grünen Investments nicht zur geringen Bereitschaft vieler Unternehmen ihre Daten zum Thema Umweltauswirkungen ihres Wirtschaftens offenzulegen. Lediglich 24 Prozent der 277 Unternehmen mit einem Durchschnittumsatz von 18,6 Mrd. USD veröffentlichen aktuell hierzu Informationen. Dem gegenüber sind aber nahezu 74 Prozent der 276 befragten Investoren auf der Suche nach entsprechenden Angeboten. Dies sind Ergebnisse der Studie „Sustainable Finance“, die HSBC in Auftrag gegeben hatte.

Lediglich 13 Prozent der Unternehmen sind mit ihrer Unternehmensstrategie auf nachhaltige Finanzierungsmöglichkeiten (sustainable financing strategy) ausgelegt. Nahezu alle Beteiligten sind überzeugt: Bessere Rahmenbedingungen, wie Steueranreize, könnten Unternehmen darin bestärken ihre Nachhaltigkeitsstrategie und die Folgen Ihres Wirtschaftens offenzulegen und mit Hilfe von grünen Investments die eigenen Unternehmensprozesse nachhaltiger auszurichten.

Die rund drei Viertel der professionellen Anleger, die kohlenstoffarme oder klimabezogene Investitionen tätigen wollen, stoßen auf Investmenthürden durch unzureichende Vergleichbarkeit und fehlenden Zugang zu hochwertigen Research-Ergebnissen. Die Tendenz lässt aber hoffen: Ein Viertel der Unternehmen, die bisher auf die Offenlegung verzichten, plant diese zumindest innerhalb des nächsten Jahres. Fast die Hälfte aller Unternehmen geht davon aus, dass die Offenlegung von Klimarisiken in Zukunft zunehmen wird. Hierzu planen 34 Prozent in den nächsten zwölf Monaten Daten zu veröffentlichen.

Andre Brandao, Leiter des Climate Business Council der HSBC

„Die Entwicklung zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft hängt von einem leistungsfähigen Kreislauf für grüne Finanzierungen und Investitionen ab. Diese Umfrage lässt darauf schließen, dass Unternehmen mit überzeugenden umweltfreundlichen Referenzen ein beträchtlicher Kapitalfundus zur Verfügung steht. Durch die mangelnde klimabezogene Transparenz von Unternehmen und den eingeschränkten Investmentmöglichkeiten für Anleger wird die Allokation gebremst“, erklärt hierzu Andre Brandao, Leiter des Climate Business Council der HSBC.

Brandao weiter: „Die Bankenbranche muss sich gemeinsam mit Politikern und Aufsichtsbehörden intensiv darum bemühen, diese Hindernisse zu beseitigen. Das bedeutet
Rahmenbedingungen für eine standardisierte klimabezogene Offenlegung, eine verstärkte Erarbeitung und Nutzung klimabezogener Research-Aktivitäten und eine Diskussion umweltbezogener Anreize für Unternehmen und Investoren. Es wurde schon viel erreicht und die Richtung der Veränderung ist ermutigend, jedoch muss noch mehr getan werden, um diesen Markt zu erschließen. Wir können uns ein Scheitern nicht leisten.“

 

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