Heute wurde im Hamburger Rathaus der Joachim Herz Wirtschaftspreis verliehen. Das Preisgeld von insgesamt 60.000 Euro teilen sich Wissenschaftler aus Konstanz, Köln und Leuven, die Experimentelle Wirtschaftsforschung betreiben.

Wann entscheiden Menschen anders, als es die rationalen Modelle der Wirtschaftswissenschaften vorsehen? Das ist eine der Fragen, die sich Wissenschaftler in der Experimentellen Wirtschaftsforschung stellen. In Laboren und Feldexperimenten versuchen sie, Antworten auf Abweichungen vom Modell des „Homo oeconomicus“ zu finden. Für ihre Arbeiten in der Experimentellen Wirtschaftsforschung erhielten heute drei Forscher den Joachim Herz Wirtschaftspreis: der Konstanzer Ökonom Urs Fischbacher sowie Junior-Professor Matthias Heinz aus Köln und Associate Professor Heiner Schumacher aus Leuven in Belgien. Der Preis wurde bei einer Feierstunde mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz im Rathaus der Hansestadt vergeben.

Der Preis wurde von der Joachim Herz Stiftung in diesem Jahr erstmals ausgelobt. Mit 60.000 Euro ist er eine der höchstdotierten Auszeichnungen in den Wirtschaftswissenschaften in Deutschland. „Wir wollen mit dem Preis Interdisziplinarität fördern und Forschungsansätze unterstützen, die die Perspektiven in den Wirtschaftswissenschaften erweitern. Das leisten die Arbeiten unserer Preisträger ganz hervorragend. Ich gratuliere ihnen herzlich zu dieser Auszeichnung“, sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Stiftung Andrea Pauline Martin im Rathaus.

Preise für Forschungswerk und Nachwuchswissenschaftler

Der Joachim Herz Wirtschaftspreis wird in zwei Kategorien vergeben. Fischbacher erhält 50.000 Euro für das „beste Forschungswerk eines etablierten Wissenschaftlers“. Heinz und Schumacher teilen sich 10.000 Euro für den „besten Beitrag von Nachwuchswissenschaftlern“.

Fischbacher wird für seine Arbeiten zu sozialen Präferenzen und für die Software z-Tree ausgezeichnet. z-Tree vereinfacht und beschleunigt die Forschung in Laboren deutlich. Heinz und Schumacher erhalten den Preis für ihre Arbeit „Signaling Cooperation“. Darin zeigen sie, dass sozial engagierte Probanden eine deutlich höhere Bereitschaft zur Zusammenarbeit in Teams aufweisen als Experimentteilnehmer, die sich nicht sozial engagieren.

„Dieser Preis ist eine schöne Bestätigung für das, was mein Team und ich in den vergangenen Jahren gemacht haben. Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagte Fischbacher in seiner Dankesrede. „Dieser Preis bedeutet uns sehr viel. Er animiert uns sicher zu weiteren gemeinsamen Forschungsprojekten“, so Heinz und Schumacher. Die Preisträger wurden von einer neunköpfigen Jury ausgewählt.

„Der Joachim Herz Wirtschaftspreis ist ein bedeutender Preis, der in die Zeit passt und dazu beitragen wird, die Wirtschaftswissenschaften zu stärken und noch besser aufzustellen. Deshalb gratuliere ich heute gleich zweifach: der Stiftung zur Ausrichtung des Preises und den Preisträgern, dass Sie die Jury von Ihrer Arbeit so gut überzeugen konnten. Besonders freue ich mich darüber, dass Sie diese bedeutende Auszeichnung in unserer Stadt verleihen. Wir brauchen solche Brücken zur Forschung und gerade auch zu den Wirtschaftswissenschaften, an die sich gegenwärtig besonders viele Fragen richten“, sagte Bürgermeister Scholz in seinem Grußwort im Rathaus.

 

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