Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, auch bekannt als Agenda 2030, waren Gegenstand der Konferenz, die das KCN KompetenzCentrum für nachhaltige Entwicklung der FOM Hochschule vergangene Woche in Düsseldorf veranstaltete. Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ermöglichten in den Diskussionen einen Blick auf bestehende Herausforderungen und mögliche Lösungsbausteine.

 

Klima, Bildung, Mobilität, Wertschöpfungsketten

Chief Sustainability Officer von SAP, Daniel Schmid, eröffnete die Konferenz mit einer „Nachhaltigkeitsreise“ des Unternehmens durch die letzten zehn Jahre. Heute sei die Agenda 2030 essentieller Baustein der Strategie der Firma. Prof. Dr. Alexander Siegmund von der Universität Heidelberg und Sprecher des BNE-Hochschulnetzwerks Baden-Württemberg thematisierte die Rolle der Bildung für eine nachhaltige Wirkung und zeigte auf, dass nicht nur im Bereich der Hochschulbildung an vielen Stellen noch Nachholbedarf bestehe.

Es folgten vier Workshops zu den Themen „Systemtheorie als Impulsgeber für nachhaltiges Handeln“, „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“, „Nachhaltige Mobilität“ und zur „Allianz für Entwicklung und Klima“.

In den Präsentationen der Ergebnisse zeigte sich bei allen Unterschieden der behandelten Themen doch eine Gemeinsamkeit: Eine wirklich systemische Herangehensweise findet sich bisher allenfalls in Ansätzen und bleibt damit eine wesentliche Herausforderung für alle beteiligten Akteurinnen und Akteure. Ebenso deutlich wurden die zahlreichen Abhängigkeiten zwischen den vier Workshop-Themen: So haben z. B. globale Liefer- und Wertschöpfungsketten viel mit (nachhaltiger) Mobilität zu tun, für die wiederum die Möglichkeit freiwilliger CO2-Kompensation (etwa für Flugreisen) eine wichtige Rolle spiele.

 

Realisierung der Agenda 2030

Prof. Dr. Franz Josef Radermacher, Präsident des Senats der Wirtschaft und Mitglied des Club of Rome, skizzierte nach einer sehr deutlichen Analyse des heutigen, nicht nachhaltigen Status Quo mögliche Ansätze für eine erfolgreiche Umsetzung der Agenda 2030: „Zentrale Elemente stellen sog. Nature Based Solutions dar. Mittels biologischer Sequestrierung wird der Atmosphäre CO2 entzogen. Von großer Bedeutung sind die Böden als CO2-Speicher, Aufforstung und Walderhalt.“ Weiterer Baustein sei die Herstellung von synthetischen Kraftstoffen aus in den Sonnenwüsten der Welt hergestelltem grünen Wasserstoff. Große Potenziale würden sich sowohl für die Europäer als auch für die Entwicklungsländer bieten, die mit einem solchen Vorgehen partnerschaftlich die Herausforderungen im Energie- und Klimabereich angehen.

 

NRW-Nachhaltigkeitsstrategie

Die Konferenz endete mit einem Austausch zwischen Professor Radermacher und Dr. Heinrich Bottermann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW. Nach einer Vorstellung verschiedener Aspekte der NRW-Nachhaltigkeitsstrategie diskutierten sie eine mögliche Verschränkung der Aktivitäten auf Landesebene mit den zuvor aufgebrachten globalen Lösungsansätzen im Energie- und Klimabereich.

Mit dem Verlauf der Konferenz und den diskutierten Themen wurden wesentliche Inhalte des vor wenigen Wochen erschienenen und von den KCN-Leiterinnen Prof. Dr. Estelle Herlyn und Prof. Dr. Magdalène Lévy-Tödter herausgegebenen Sammelbandes „Die Agenda 2030 als Magisches Vieleck der Nachhaltigkeit – Systemische Perspektiven“ aufgegriffen. „Es war unser Ziel, mit der Konferenz nach Analyse der bestehenden Herausforderungen auch Lösungsansätze aufzuzeigen und mit den rund 100 Anwesenden in eine offene Diskussion zu treten. Ich denke, dass dies gelungen ist“, resümiert Professorin Herlyn den Tag.

 

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