Forschungsprojekt der TH Nürnberg entwickelt Ansätze für die Vermittlung von Zukunftskompetenzen

Die gesellschaftlichen und politischen Ziele der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2030 sind ambitioniert. Für ihre Umsetzung werden verschiedene Kompetenzen benötigt. Welche das sind und wie Hochschulen sie bereits ihren Studierenden vermitteln können, erforscht Prof. Dr. Jan Niessen in seinem Projekt “Curriculum Z.”, das durch die Stiftung “Innovation und Zukunft” gefördert wird.

Gesundheit und Wohlergehen, Maßnahmen zum Klimaschutz, hochwertige Bildung – das sind nur drei der insgesamt 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Bis zum Jahr 2030 möchte die UN ihre Vision zur Bekämpfung der Armut und Reduzierung von Ungleichheiten umsetzen. Doch schon allein mit dem Pariser Klimaschutzabkommen und dem Green Deal der Europäischen Union stehen bislang kaum vorstellbare Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft an. Prof. Dr. Jan Niessen von der Fakultät Betriebswirtschaft der TH Nürnberg erforscht mit seinem Team, welche Kompetenzen für die Umsetzung benötigt werden und wie diese bereits durch Hochschulen an Studierende und damit die Fachkräfte von morgen vermittelt werden können. Im Projekt “Curriculum Z. Zukunftskompetenzen für Transformation und nachhaltiges Wirtschaften im 21. Jahrhundert” beschäftigen sie sich unter anderem mit den Fragen: Welche Kompetenzen und Fertigkeiten benötigen Betriebswirtinnen und -wirte, um eine sozial-ökologische Transformation zu gestalten? Wie können sich die Theorien und Modelle der Betriebswirtschaft weiterentwickeln? Und wie können die entsprechenden Kompetenzen am besten vermittelt werden?

Als Modellversuch wird Prof. Dr. Jan Niessen die Transformationsansätze im betriebswirtschaftlichen Studiengang “Management in der Biobranche” der TH Nürnberg am Standort Neumarkt in der Oberpfalz umsetzen. Anhand verschiedener Module arbeiten er und sein Projektteam didaktisch-methodische Ansätze sowie Inhalte aus, die sie dann in der Lehre umsetzen und evaluieren. So wird beispielsweise aus dem Fach “Umweltverantwortliche Unternehmensführung und biologische Landwirtschaft” das Fach “Ökologische Landwirtschaft und Ökosystemwirtschaft”. Die Studierenden erfahren so anhand der ökologischen Land- und Ernährungswirtschaft, wie Kreislaufwirtschaft, Transformation und Ökologisierung von Wirtschaftsbereichen möglich sind. Zudem werden dabei die gesellschaftlich-sozialen Aspekte und Herausforderungen einbezogen. Die Studierenden lernen, dass eine nachhaltige Unternehmensführung mit ganzheitlichen Managementansätzen verbunden ist, die von Beginn an ökonomische, soziale, kulturelle und ökologische Dimensionen berücksichtigen. Für Marketing bedeutet dies beispielsweise, über bestehende Ansätze des klassischen “Green” oder Nachhaltigkeitsmarketings hinauszugehen.

Bei der Erprobung der entwickelten Ansätze bezieht das Projektteam immer die Studierenden und Lehrenden mit ein und reflektiert die Neuerungen aus verschiedenen Perspektiven. Nach Abschluss des Projekts können die Ergebnisse als exemplarisches Studienmodell auf andere Hochschulen und Studiengänge übertragen werden. “Mit dem Projekt Curriculum Z. kann nachhaltiges Wirtschaften ganzheitlich-systemisch, fachlich und didaktisch in einem interdisziplinären Studiengang erprobt und erfolgreiche Ergebnisse zum Transfer zur Verfügung gestellt werden – auch über das betriebswirtschaftliche Umfeld hinaus”, so Projektleiter Prof. Dr. Jan Niessen. Damit ist das Projekt auch auf die Umsetzung der Ziele der bayerischen Hochschulpolitik ausgerichtet, die die Verantwortung von Hochschulen für die Gesellschaft als Ganzes, für die Ökonomie, die Ökologie und damit für die Nachhaltigkeit betont. Hochschulen vermitteln Wissen, Kompetenzen sowie Werte und können mit diesem Dreiklang einen wesentlichen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung leisten.

Aus diesem Grund fördert auch die Stiftung “Innovation und Zukunft” das Projekt. “Als Absolvent der damaligen Georg-Simon-Ohm-Fachhochschule Nürnberg freut es mich, mit der Förderung von Nachhaltigkeit in der Ausbildung etwas für die Zukunft der heute Studierenden zurückgeben zu können”, erklärt der Stifter Manfred Schmitz. Stifterin Barbara Schmitz ergänzt: “Ein Schwerpunkt der zu entwickelnden exemplarischen Lehrveranstaltungen ist das Marketing – und da ich selbst fachlich aus dem Marketing komme, interessieren mich hier insbesondere die Neuansätze, die substanziell den Nachhaltigkeitszielen dienen.”

 

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