Wie wir zusammen unsere Städte an den Klimawandel anpassen können, zeigt das Projekt Klimnet so gut, dass es jetzt eine Auszeichnung der Klima Expo NRW erhält.

Klimnet entwickelt Ideen und Strategien, die Menschen zeigen, was sie tun können, um ihre Stadt an den Klimawandel anzupassen, bevor Jahrhunderthochwasser, Starkregen, langanhaltende Trockenheit oder Hitze bedrohlich werden. Das gemeinsam von der Ruhr-Universität Bochum (RUB), der Universität Bonn und dem Wissenschaftsladen Bonn durchgeführte Projekt wird als Vorreiter und Schrittmacher in Klimaschutz und Klimafolgenanpassung von der Klima Expo NRW ausgezeichnet. Staatssekretär Christoph Dammermann überreichte die Urkunde am 21. März 2019 im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW.

 

Exkursionen ins Mikroklima

Um Expertenwissen mit der Bevölkerung zu teilen, nutzt das Projektteam verschiedene Kommunikationswege. Zum einen bietet es regelmäßig Exkursionen an, um vor Ort die Wirkungen von Grünflächen auf das Mikroklima zu verdeutlichen oder aufzuzeigen, welchen Einfluss Freiluftschneisen auf die Temperaturen in Quartieren besitzen. Zum anderen gestaltet Dr. Andreas Rienow an der RUB Seminare für Studierende des Geographiemasters, die sich mit klimarelevanten Landschaftsmerkmalen auseinandersetzen. Außerdem präsentiert sich das Projektteam regelmäßig bei Aktionstagen wie der „Wissenschaftsnacht Ruhr“ und „Bonn wird Klima-Garten“. „Hier können wir den Leuten zeigen, wie einfach eigene Beiträge zur Klimaanpassung sein können, wenn man sich nur mit dem Thema auseinandersetzt“, so Birte Trampnau aus der RUB-Geowissenschaft.

 

Eigene Karten erstellen

Aus dem Projekt ist auch ein webbasiertes interaktives geografisches Informationssystem (GIS) hervorgegangen. Anhand von aus Satellitenbildern abgeleiteten Daten zur Flächenversiegelung aus den Jahren 1975 bis 2017 können Nutzerinnen und Nutzer in ganz NRW die Landnutzungen vergleichen. Das lässt zum Beispiel Schlüsse zu, wie stark eine Region ver- oder entsiegelt wurde und welche Regionen besonders durch den Klimawandel gefährdet sind. „Stark versiegelte Flächen heizen sich nicht nur im Sommer sehr auf, sondern bieten auch bei Starkregenereignissen kaum Versickerungsfläche“, so Andreas Rienow. Außerdem können Benutzer im Web-GIS eigene Karten gestalten und exportieren.

 

Crowd Mapping

Eine Besonderheit ist das integrierte Crowdmapping, bei dem jede Nutzerin und jeder Nutzer mit einem Smartphone oder Computer besondere Orte in den Städten identifizieren kann, in denen bereits Klimaanpassungstrategien umgesetzt wurden oder dringend erforderlich sind. Die eingetragenen Punkte sind für jeden Nutzer einsehbar und liefern damit noch genauere Informationen über den Zustand von Städten. Die Veröffentlichung des Web-GIS mit Datengrundlagen für ganz NRW ist im Sommer 2019 geplant. „Da Klimaanpassung in Kommunen im Kommen ist, freuen wir uns über die Möglichkeit, Wissenschaft und Praxis miteinander zu verbinden“, sagt Dr. Anke Valentin vom Wissenschaftsladen Bonn.

 

Förderung

Das Projekt „Klimnet: Stadt und Land im Fluss – Netzwerk zur Gestaltung einer nachhaltigen Klimalandschaft“ wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel durch den Projektträger Jülich unter den Förderkennzeichen 03DAS098A-C gefördert.

 

Ähnliche Beiträge

Germanwatch zur Rede der neuen EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen beim Klimagipfel:...

Die Hochschule Darmstadt (h_da) wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und...

Germanwatch-Erwartungen an die COP 25: Grundlage für höhere Klimaziele, robuste Regeln für den...

Hinterlassen Sie eine Antwort