Aufbauend auf den Fortschritten des bisherigen Bangladesch-Abkommens einigten sich führende Bekleidungs- und Textilunternehmen gemeinsam mit globalen Gewerkschaften auf ein neues, erweitertes Abkommen über die Sicherheit der Arbeitnehmer in Bangladesh. Das DNWE Mitglied Tchibo begrüßt das neue Abkommen und zählt bereits zu den Unterzeichnern.

Die Verhandlungen zwischen den globalen Gewerkschaften und einer Vertretung internationaler Textileinzelhändler, die bereits das frühere Abkommen über Feuer- und Gebäudesicherheit in Bangladesch (“Accord on Fire and Building Safety”) unterzeichnet hatten, führten in der vergangenen Woche zu einer neuen Vereinbarung, die die rechtsverbindlichen Verpflichtungen zur Sicherheit am Arbeitsplatz in Bangladesch fortsetzt und die Ausweitung des Programms auf andere Länder verspricht.

Das neue Abkommen mit der Bezeichnung “International Accord for Health and Safety in the Textile and Garment Industry” trat darauf am 1. September 2021 in Kraft.

Wie das Vorgängerabkommen handelt es sich um eine rechtsverbindliche Vereinbarung zwischen Unternehmen und Gewerkschaften, um Textilfabriken sicherer zu machen. In dem erneuerten Abkommen werden die grundlegenden Elemente weiterentwickelt, darunter die Achtung der Vereinigungsfreiheit, eine unabhängige Verwaltung und Umsetzung, ein hohes Maß an Transparenz, Bestimmungen zur Gewährleistung der finanziellen Durchführbarkeit von Abhilfemaßnahmen, Schulungen für den Sicherheitsausschuss und ein Programm zur Sensibilisierung der Arbeitnehmer sowie ein glaubwürdiges, unabhängiges Beschwerdeverfahren. In Bangladesch wird das Abkommen bereits vom unabhängigen nationalen dreigliedrigen RMG Sustainability Council (RSC”) umgesetzt, dem Markenunternehmen, Gewerkschaften und Industrie angehören.

Zu den wichtigsten Neuerungen des internationalen Abkommens gehören:

  • die Verpflichtung, sich auf ein Gesundheits- und Sicherheitsprogramm in Bangladesch zu fokussieren und einen glaubwürdigen, branchenweiten Mechanismus zur Einhaltung der Vorschriften und zur Rechenschaftspflicht aufzubauen
  • die Verpflichtung, die Arbeit der Internationalen Vereinbarung auf der Grundlage von Machbarkeitsstudien zu erweitern
  • die Option, den Geltungsbereich des Abkommens auf die Sorgfaltspflicht im Bereich der Menschenrechte auszuweiten
  • ein optionales, vereinfachtes Schlichtungsverfahren zur Durchsetzung der Bestimmungen der Vereinbarung

Die Gewerkschaftsunterzeichner IndustriALL Global Union und UNI Global Union sind bereits gemeinsam mit führenden Markenunternehmen dieser neuen Vereinbarung beigetreten.

Die Vereinbarung ermutigt alle Bekleidungs- und Textilunternehmen, diese Vereinbarung zu unterzeichnen und sich unserem gemeinsamen Ziel einer sicheren und nachhaltigen Textilindustrie und verwandten Branchen anzuschließen.

Nanda Bergstein, Direktorin Unternehmensverantwortung bei Tchibo, äußerte sich in einem Statement im Tchibo Blog: “Wir sind mit dem ausgehandelten Ergebnis außerordentlich zufrieden und möchten den Mitgliedern des Verhandlungsteams danken, die sich für eine positive, proaktive Haltung gegenüber den Arbeitnehmerrechten eingesetzt haben.”

 

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