Im Rahmen des 3. Ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit fand der Aktionstag Klimagerechtigkeit am 26. September in Paderborn statt, der vom Erzbistum Paderborn und der Evangelischen Kirche von Westfalen organisiert wurde. Beim dazugehörigen Vortragsabend wurde das Thema Klimagerechtigkeit und Klimaschutz aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem interessierten Publikum diskutiert.

 

Was haben die BKC und die Klimaklage des peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya gegen den Energieriesen RWE gemeinsam?

Von besonderem Interesse waren die Schilderungen des peruanischen Bergführers und Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya, der mit seiner Klage vor dem Oberlandesgericht Hamm wegen Klimawandelfolgen gegen den Energiekonzern RWE für Schlagzeilen sorgt. Warum und wie solche Klimawandelrisiken und Klimaschutzüberlegungen in die Anlagestrategie der BKC einfließen, wurde in dem anschließenden Vortrag von Tommy Piemonte, Leiter Nachhaltigkeitsresearch bei der Bank für Kirche und Caritas, erläutert.

Der Kleinbauer Lliuya, der in diesen Tagen den renommierten Kasseler Bürgerpreis verliehen bekommen hat und zu diesem Zweck gemeinsam mit seiner Familie in Deutschland war, berichtete eindrücklich wie seine Heimatstadt Huaraz in den peruanischen Anden durch die Gletscherschmelze als Folge der Klimaerwärmung bedroht ist. Huarez ist gemeinsam mit Tausenden Bewohnern der Region bedroht von einer riesigen Flutwelle getroffen zu werden, wenn die rasant fortschreitende Gletscherschmelze den über der Stadt liegenden Gletschersee überlaufen lässt. Im bundesweit ersten Zivilprozess zu Klimawandelfolgen verklagt der Kleinbauer RWE auf eine Beteiligung an den Errichtungskosten eines Überflutungsschutzes. Gegenstand der Klage des Kleinbauern ist, dass Energiekonzerne wie RWE durch den CO2-Ausstoß ihrer Kraftwerke den Klimawandel maßgeblich mitverursachen. Dieser Präzedenzfall ist vor Gericht in der Phase der Beweisaufnahme und wird klären, ob RWE als einer der weltweit größten Treibhausgasemittenten mitverantwortlich für das Flutrisiko ist und Schadensersatzpflichtig gemacht werden kann.

 

Klimaschutz seit 2016 in BKC-Anlagestrategie umgesetzt

Im Anschluss an diese spannenden Schilderungen berichtet Tommy Piemonte, dass die BKC bereits seit Jahren in ihrer ethisch-nachhaltigen Anlagestrategie Klimaschutzüberlegungen wie die Investition in erneuerbare Energien integriert und seit 2016 den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energien in ihrer Kapitalanlage umsetzt. Seit diesem Zeitpunkt werden zwei weitere Ausschlusskriterien in der BKC-Anlagestrategie umgesetzt, die die umwelt- und klimaschädlichsten Energieträger betreffen: Förderung von Kraftwerkskohle sowie Reserven oder Umsätze aus Ölsanden und Ölschiefer. Unternehmen wie RWE, die stark in der Förderung von Kraftwerkskohle tätig sind, oder Unternehmen, die gegen ein anderes dieser Kriterien verstoßen, werden von der Bank bei ihrer Kapitalanlage ausgeschlossen. Die Bank für Kirche und Caritas sieht diese sogenannte Divestment-Strategie als fortlaufend weiterzuentwickelnden Prozess an, die sich auch aus ihrem christlichen Werteverständnis und dem darin verankerten Schutz der Schöpfung heraus ergibt.

 

BKC nimmt aktiv Einfluss als Investor bei Unternehmen

„Als katholische Kirchenbank fühlen wir uns verpflichtet, ein öffentliches Bekenntnis zum Investitionsstop in fossile Energien abzugeben und so auch andere katholische Investoren zu motivieren, sich mit Klimaschutzfragen in der Kapitalanlage zu beschäftigen“, erläutert Tommy Piemonte den Hintergrund, warum sich die BKC im Oktober 2017 den an katholische Organisationen und kirchliche Einrichtungen gerichteten weltweiten Aufruf zum Divestment des „Global Catholic Climate Movement (GCCM)“ angeschlossen hat. Die GCCM ist ein weltweiter Zusammenschluss von über 600 katholischen Organisationen und Gemeinden, die dem in der Enzyklika Laudato Si‘ von Papst Franziskus gemachten Aufruf zum Kampf gegen den Klimawandel nachkommen.

Bereits seit dem Jahr 2003 wendet die Bank für Kirche und Caritas eine ethisch-nachhaltige Anlagestrategie für alle ihre Eigenanlagen und hauseigenen Investmentprodukte an. Dazu gehört es auch, den Einfluss als Investor bei Unternehmen geltend zu machen und sie zu einer verstärkten Berücksichtigung von Klimaschutzaspekten anzuhalten. Diese aktive Einflussnahme der BKC gemeinsam mit anderen Kirchen- und Nachhaltigkeitsbanken bei der genossenschaftlichen Zentralbank DZ BANK AG hat dazu geführt, dass die DZ BANK Ende 2017 verkündet hat, zukünftig keine Projektfinanzierungen mehr für Kohlekraftwerke zu tätigen.

 

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