Rund zwei Drittel der Deutschen würden es begrüßen, wenn eine Künstliche Intelligenz sie beim Einsparen von Ressourcen unterstützen würde – das ergab eine Umfrage im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 anlässlich des Weltumwelttages.

Ein Großteil der Deutschen schreibt der Zukunftstechnologie Künstliche Intelligenz (KI) die Fähigkeit zu, einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten. Dies ergab eine repräsentative Umfrage, die das Meinungsforschungsinstitut Civey im Auftrag des Wissenschaftsjahres 2019 – Künstliche Intelligenz anlässlich des Weltumwelttages durchführte. 62,7 Prozent der Befragten waren dabei der Meinung, dass KI künftig noch stärker für den Artenschutz eingesetzt werden sollte. Ebenfalls über 60 Prozent sehen ein Potential für den Klimaschutz. 31,8 Prozent antworteten auf die Frage, ob Künstliche Intelligenz einen Beitrag zum Klimaschutz leisten könne, sogar mit „Ja, auf jeden Fall“. Auch ihren eigenen Ressourcenverbrauch würden die Bundesbürgerinnen und -bürger gern von intelligenten Anwendungen optimieren lassen. Etwa zwei Drittel würden eine Unterstützung beim Einsparen etwa von Strom oder Wasser mittels KI begrüßen.

Restlos überzeugt sind die Deutschen jedoch noch nicht, wie die Umfrage zeigt. Etwa jeder Fünfte ist nicht der Meinung, dass KI helfen könne, das Klima zu schützen. Dabei gibt es bereits heute mehrere Ansätze, mit Hilfe von KI für mehr Nachhaltigkeit zu sorgen: Lernende Systeme können beispielsweise Klimamodelle errechnen, Landwirte bei einer nachhaltigeren und ressourcenschonenden Produktion unterstützen oder dabei helfen, Wilderer aufzuspüren. Auch um über diese Technologien und Anwendungsmöglichkeiten zu informieren und zu diskutieren, hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2019 das Wissenschaftsjahr zum Thema Künstliche Intelligenz ausgerufen.

Simone Kaiser, stellvertretende Leiterin des Fraunhofer Center for Responsible Research and Innovation (CeRRI), unterstreicht das Potential von Künstlicher Intelligenz, zur Lösung einer der größten globalen Zukunftsfragen beizutragen, weist allerdings zugleich auf Entwicklungsmöglichkeiten in dieser Hinsicht hin: „KI eröffnet durch ihre Fähigkeit, riesige Datenmengen in kürzester Zeit zu verarbeiten und komplexe Zusammenhänge zu erkennen, Möglichkeiten, die vor wenigen Jahren noch kaum vorstellbar waren. So können Klimaschutz, Artenvielfalt und Ressourcenschonung durch neue KI-Technologien unterstützt werden. Um das Potential von KI noch systematischer für mehr Nachhaltigkeit nutzen zu können, braucht es jedoch eine stärkere Verknüpfung der jeweiligen Expertisen in Technikentwicklung und Umweltschutz. Dazu sind neue Dialog-Methoden und interdisziplinäre Plattformen erforderlich. Noch arbeiten die einzelnen Disziplinen zu häufig getrennt voneinander.“ Mit Blick auf die Umfrageergebnisse ermuntert sie: „Die Unterstützung durch die Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sollte als Bestärkung aufgefasst werden, weiter an KI-Technologien im Sinne der Nachhaltigkeit zu forschen und diese einzusetzen.“

Aus diesem Grund wird das Thema KI in Verknüpfung mit Umweltschutz in den nächsten Monaten im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2019 verstärkt beleuchtet.

Weitere Informationen: https://www.wissenschaftsjahr.de/

 

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