20 Mitglieder aus allen Wissenschaftsgebieten unter Leitung von Präsidentin Katja Becker

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will Aspekte der Nachhaltigkeit in ihrem Handeln angemessen berücksichtigen. Dazu hatte das Präsidium der DFG im Dezember 2021 die Einrichtung einer Kommission unter der Leitung von DFG-Präsidentin Professorin Dr. Katja Becker beschlossen. Die Kommission, in der 20 Mitglieder die Fächervielfalt des Wissenschaftssystems abbilden, trat nun zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Sie soll den DFG-Gremien im Sommer 2023 Empfehlungen für nachhaltiges Handeln vorlegen.

“Forschungsarbeiten in allen Wissenschaftsbereichen leisten essenzielle Beiträge zu unserem Verständnis und der Sicherung von Nachhaltigkeit”, sagte DFG-Präsidentin Katja Becker. “Ohne das funktionale Verständnis von Umweltsystemen, ohne Klimaforschung und ohne technische Innovationen sowie entsprechende ökonomische Strukturen wird nachhaltiges Leben nicht gelingen, ebenso wenig ohne einen stabilen gesellschaftlichen Zusammenhalt, der durch gesellschafts- und sozialwissenschaftliches Wissen gestärkt wird. Die DFG als Förderorganisation ist Garantin für exzellente Forschungsprojekte in all den genannten Bereichen, deren Ergebnisse ihrerseits zur Nachhaltigkeit beitragen. Ihr kommt darüber hinaus aber auch eine Verantwortung für die Verankerung des Nachhaltigkeitsgedankens in der Forschungstätigkeit selbst sowie im DFG-Handeln zu. Die jetzt eingerichtete Kommission soll daher erörtern, wie Nachhaltigkeitsaspekte sachgerecht, über alle Fächergrenzen hinweg und in Abwägung zur Wissenschaftsfreiheit berücksichtigt werden können.”

In ihrer ersten Sitzung richtete die Kommission den Fokus zunächst auf ihr Arbeitsprogramm: In dem Bewusstsein, dass Nachhaltigkeit mit sozialen, ökonomischen und ökologischen Aspekten breit gefasst ist, wird sich die Kommission im Folgenden – insbesondere auch aus verfassungsrechtlichen Erwägungen – zunächst auf die ökologische Nachhaltigkeit konzentrieren, dabei aber auch die wechselseitigen Abhängigkeiten mit sozialen und ökonomischen Aspekten berücksichtigen.

Im Sinne von inhaltlichen Leitlinien erörterten die Mitglieder zudem, auf welchen Ebenen und mit welchen Modi sich die DFG dem Thema in ihrem Handeln widmen könnte und welche Rollen und Verantwortlichkeiten im Wissenschaftssystem dabei zu bedenken sind: Die Arbeit der Kommission soll sich nicht auf Erkenntnisse DFG-geförderter Projekte zur Nachhaltigkeit oder Nachhaltigkeitsforschung beziehen. Vielmehr soll ein Bewusstsein dafür geschaffen werden, dass Forschungsprojekte aller Fachbereiche möglichst nachhaltig durchgeführt werden – allerdings ohne dass Qualität und Inhalte der Forschung gemindert oder beeinflusst werden.

In den Diskussionsprozess einbezogen werden dabei die Perspektiven und Erfahrungen der DFG-Senatskommissionen für Erdsystemforschung, für Grundsatzfragen der biologischen Vielfalt, für tierexperimentelle Forschung sowie diejenigen des Deutschen Komitees für Nachhaltigkeitsforschung / Nationale Kontaktstelle zu Future Earth.

Der Kommission unter Leitung von DFG-Präsidentin Katja Becker gehören in den nächsten eineinhalb Jahren an:

  • Professor Dr. Axel Brakhage, Inhaber des Lehrstuhls für Mikrobiologie und Molekulare Biologie und Leiter der Abteilung Molekulare und Angewandte Mikrobiologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie (Leibniz – Hans-Knöll-Institut); Vizepräsident der DFG
  • Professor Dr.-Ing. Hans Hasse, Inhaber des Lehrstuhls für Thermodynamik am Fachbereich Maschinenbau und Verfahrenstechnik der Technischen Universität Kaiserslautern; Vizepräsident der DFG
  • Professorin Dr. Karin Jacobs, Leiterin der Arbeitsgruppe zur Physik weicher Materie – Professorin der Experimentalphysik der Universität des Saarlandes; Vizepräsidentin der DFG
  • Professorin Dr. Kerstin Schill, Rektorin des Hanse-Wissenschaftskollegs (Institute for Advanced Study) in Delmenhorst und Leiterin des Instituts für Kognitive Neuroinformatik der Universität Bremen; Vizepräsidentin der DFG
  • Professor Dr.-Ing. Christos Aneziris, Inhaber des Lehrstuhls für Keramik, Feuerfest und Verbundwerkstoffe der Technischen Universität Bergakademie Freiberg
  • Professorin Dr. Astrid Eichhorn, Sprecherin der Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit der Jungen Akademie und Professorin am Centre for Cosmology and Particle Physics Phenomenology (CP3-Origins) der University of Southern Denmark, Odense, Dänemark
  • Professorin Dr. Anita Engels, Professorin für Soziologie, insbesondere Globalisierung, Umwelt und Gesellschaft an der Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Universität Hamburg
  • Professor Dr. Markus Fischer, Professor für Pflanzenökologie am Institut für Pflanzenwissenschaften, Pflanzenökologie der Universität Bern, Schweiz
  • Professor Dr. Klaus Ferdinand Gärditz, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
  • Professor Dr. Armin Grunwald, Leiter des Instituts für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) und Professor für Technikphilosophie am Institut für Philosophie des Karlsruher Instituts für Technologie; Leiter des Büros für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB)
  • Professorin Dr. Daniela Jacob, Direktorin des Climate Service Center Germany (GERICS), Helmholtz-Zentrum Geesthacht
  • Professorin Dr. Tina Kasper, Professorin für Massenspektrometrie in reaktiven Strömungsprozessen am Institut für Verbrennung und Gasdynamik der Universität Duisburg-Essen
  • Professor Dr. Sebastian Lehnhoff, Professor in der Abteilung für Energieinformatik, Department für Informatik der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Professor Dr. Christoph Möllers, Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • Professor Dr. Dr. h.c. Stefan Schaltegger, Inhaber des Lehrstuhls für Nachhaltigkeitsmanagement am Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg
  • Professor Dr. Michael Schulz, Professor für Geosystem-Modellierung, Direktor des Marum – Zentrum für Marine Umweltwissenschaften, Universität Bremen
  • Professorin Dr. Elke Seefried, Inhaberin des Lehrstuhls für Geschichte der Neuzeit (19.–21. Jh.) mit ihren Wissens- und Technikkulturen der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen
  • Professorin Dr. Silja Vöneky, (Co-)Direktorin des Instituts für Öffentliches Recht, Professorin für Völkerrecht, Rechtsethik und Rechtsvergleichung und assoziiertes Mitglied des Instituts für Staatswissenschaft und Rechtsphilosophie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • Professor Dr. Andreas Weber, Leiter des Instituts für Biochemie der Pflanzen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf

 

Ständiger Gast

  • Professorin Dr. Marietta Auer, Direktorin am Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte und Rechtstheorie in Frankfurt/Main und Professorin für Privatrecht sowie internationale und interdisziplinäre Grundlagen des Rechts an der Justus-Liebig-Universität Gießen
 

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Ein Kommentar
  1. Glückwunsch zu dieser Entscheidung sowie der hervorragenden Besetzung des Gremiums. Viel Erfolg
    Jörg Matschullat, TU Bergakadmeie Freiberg

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