Die diesjährige Jahrestagung des DNWE mit dem Titel „Unternehmensverantwortung neu denken – worauf es bei Compliance und Nachhaltigkeit wirklich ankommt“ fand am 27. September in Eschborn statt.

Die Konferenz, welche in diesem Jahr in Kooperation mit der ICC Germany und der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit organisiert wurde, lockte ein vielfältiges Publikum in die Zentrale der GIZ. Auf dem Programm standen in diesem Jahr die unterschiedlichen Facetten unternehmerischer Verantwortung, welche sowohl in Redner-Statements und Diskussionspanels, als auch während fünf verschiedener Workshops beleuchtet wurden, bei denen die Teilnehmenden nach thematischer Präferenz wählen konnten.

Diesjähriger Veranstaltungsort: Zentrale der GIZ in Eschborn.
Foto: © Martin Joppen Fotografie

 

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten der ICC Germany, Dr. Werner Brandt, Stabsstellenleiter Compliance & Integrität der GIZ, Dr. Heinz-Michael Hauser sowie Prof. Stephan Grüninger als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik, eröffnete Olaf Schick mit einer Keynote zur praktischen Steuerung unternehmerischer Verantwortung bei der Daimler AG. Der Chief Compliance Officer stellte verschiedene Tools vor, mit deren Hilfe Daimler den vielseitigen Herausforderungen begegnet, seiner unternehmerischen Verantwortung als globaler Konzern bei steigender Komplexität neuer Produkte, z.B. im Bereich E-Mobilität und autonomes Fahren, gerecht zu werden.

Erfolgreiche Kooperation bei der Veranstaltungsorganisation zwischen der ICC Germany,
(Generalsekretär Oliver Wieck, links, Präsident Dr. Werner Brandt, Mitte) und dem DNWE ( Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Stephan Grüninger)

Foto: © Martin Joppen Fotografie

 

DNWE-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Stephan Grüninger begrüßt die 140 Teilnehmenden in Eschborn.
Foto: © Martin Joppen Fotografie

 

Katharina Knoll (DNWE-Vorstand), die das Publikum an diesem Tag durch das Programm führte, begrüßte Dr. Oliver Meinecke vom BMZ, der in seinem darauffolgenden Eingangsstatement zur anschließenden Panel-Diskussion die Unternehmen insbesondere im Hinblick auf ihre Verantwortung für die Wertschöpfungskette in die Pflicht nahm.

Zur Diskussion über die Erwartungen an globale Unternehmen in dieser Hinsicht begrüßte daraufhin Panel-Moderator Dr. Stefan Otremba (KMPG, DNWE-Vorstand) die Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft: Ralf Hellmann (MaxTex), Prof. Stephan Grüninger (Konstanz Institut für Corporate Governance, DNWE-Vorstandsvorsitz), Dr. Lasse Pütz (Hans-Böckler-Stiftung), Olaf Schick (Daimler AG) und Oliver Wieck (ICC Germany). Den Zuhörenden war es im Rahmen des Panels möglich, Fragen über das interaktive Tool „Slido“ an die Diskutanten zu stellen. Die vom Publikum am höchsten bewerteten Fragen brachte Moderator Stefan Otremba gekonnt in die Diskussion ein.

 

Ging während des ersten Panels gekonnt auf die interaktiven Fragen des Publikums ein: Dr. Stefan Otremba;
Foto: © Martin Joppen Fotografie

 

In jeweils einminütigen „Elevator-Pitches“ stellten die Workshop-Leiter und –Leiterinnen im Anschluss ihre Themen für die Parallelsessions nach der Mittagspause vor. Dr. Stefan Otremba brachte sich erneut ein, dieses Mal mit seinem Workshop 1 „Risikomanagement im Bereich CSR am Beispiel der nichtfinanziellen Erklärungen“. Workshop 2 wurde von der Leiterin der Allianz für Integrität der GIZ, Susanne Friedrich, vorgestellt und befasste sich mit der Frage „Chance oder Risiko? Unternehmerische Verantwortung in Schwellen- und Entwicklungsländern“. Bereichert wurde Frau Friedrichs Workshop dabei durch die Beiträge von Dorothea Garff (Beccar Varela, Buenos Aires), Christoph Harler (Bilfinger SE) sowie Patrick Späth (Morrison & Foerster LLP).  Im dritten Workshop befasste sich Workshop-Leiterin Katharina Weghmann mit den Teilnehmenden mit dem Thema „Integrität: Demystifizierung des Faktors Mensch“. Die ökologische Nachhaltigkeit in der Lieferkette stand auf der Agenda des Workshop 4, moderiert von Jaqueline Albers (ICC Germany). Praktischen Input brachten hier Caroline Babendererde (Tetra Pak GmbH & Co KG), Kathrin Brost (DHL Global Forwarding), Simone Heinrich (Verband der Chemischen Industrie) und Sabrina Horch (BRITA GmbH) ein. Im Workshop 5 diskutierte Prof. Dr. Joachim Fetzer (Zentrum für Wirtschaftsethik, DNWE-Vorstand) mit den Teilnehmenden über die EU-Ethics Guidelines zu Künstlicher Intelligenz. Zur Eingangsfrage, ob diese nützen oder auch schaden können, äußerten sich als Gäste und Experten der Finanzbranche Valerie Höß (Deutsche Bank AG) und Dr. Eberhard Schnebel (Commerzbank AG).

 

Reges Interesse an unterschiedlichen Facetten unternehmerischer Verantwortung während der fünf thematischen Workshops.
Fotos: © Martin Joppen Fotografie

 

Nach einer kurzen Kaffee- und Kuchenpause zur Stärkung im Anschluss an die eindrucksreichen Parallelsessions, leitete Prof. Dr. Nick Lin-Hi (Vorstandsvorsitz DNWE) in den zweiten Teil der Veranstaltung im Plenum über und beleuchtete die sich neu ergebenden Möglichkeiten durch digitale Innovationen am Beispiel von Lieferketten. Diese setzen dort an, wo die wichtige Frage entsteht, ob wir veröffentlichten Produktinformationen in Bezug auf die Herstellung bestimmter Produkte vertrauen können.

Prof. Lin-Hi nahm anschließend ebenfalls im zweiten Diskussions-Panel teil, welches von Patrick Späth, Partner bei Morrison & Foerster LLP, moderiert wurde. Als weitere Panel-Teilnehmer diskutierten Susanne Friedrich (GIZ), Dr. Angela Reitmaier (Transparency International Deutschland), Bernhard Schwager (Robert Bosch GmbH, DNWE-Vorstand), Dr. Thomas Weber (BMJV) sowie Christina Wolfgramm (Siemens AG) über Unternehmensstrategien und Geschäftsmodelle der Zukunft mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit und Compliance. Auch hier brachte sich das Publikum aktiv durch eine Vielzahl von Fragen über das interaktive Tool ein, wobei aufgrund des begrenzten Zeitrahmens leider einige Publikumsbeiträge ohne Rückmeldung durch die Podiumsteilnehmer/-innen verbleiben mussten.

 

In Rahmen des „Quo vadis Unternehmensverantwortung“ gaben Kenan Tur (Businesskeeper AG) und Bernhard Schwager (Robert Bosch GmbH, DNWE-Vorstand) ihren abschließenden Ausblick auf Compliance bzw. Nachhaltigkeit. Kenan Tur brachte in sein Abschlussstatement prägende Ereignisse seines persönlichen multikulturellen Werdegangs ein und legte den Fokus auf die Verknüpfung von Compliance und der Vermittlung von kulturspezifischen und kulturübergreifenden (Unternehmens-) Werten. Abschließend gab Bernhard Schwager dem Publikum einen Ausblick auf die weitere Reise, die es im Hinblick auf Nachhaltigkeit für Unternehmen zukünftig weiterhin zu bestreiten gilt.

 

Für die Referenten als Dank und für alle Teilnehmenden der Tagung gab es Tee-Päckchen von „Lebensbaum“ mit einer Auswahl an Bio-Teesorten zum Mitnehmen für die kommende Herbst- und Winterzeit.

Dankeschön an die Referenten und Teilnehmenden: Bio- Tee-Box der Firma Lebensbaum.
Foto: © Martin Joppen Fotografie

 

Mit 140 Teilnehmenden aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft und vielseitigen informativen Beiträgen durch interessante Gäste und interessierte, aktive Teilnehmende war die Jahrestagung für das DNWE ein voller Erfolg! Dies ist auch maßgeblich der guten Kooperation durch die ICC Germany und die GIZ zu verdanken.

Wir freuen uns bereits auf die kommende DNWE-Jahrestagung 2020 und wirtschaftsethisch interessierte Teilnehmer und Teilnehmerinnen!

 

Ähnliche Beiträge

Die Zukunft liegt in einem nachhaltigem und integrativem Wachstumsmodell Obwohl unser...

Das Wirtschafts- und Digitalministerium richtet 2020 das erste landesweite „Zentrum für Wirtschaft...

Wie kann man Nachhaltigkeitsaspekte in das Innovationsmanagement von Unternehmen integrieren?...

Hinterlassen Sie eine Antwort