Wie kann ein privatwirtschaftliches Unternehmen den Wohnungsbau sozialer gestalten?

Diese Frage stellte sich Ursula Hansen, als sie mit ihrem Mann und ihrer Schwester Anfang der 70er Jahre Gundlach Bau- und Immobilien übernehmen sollte. Der Vater, Friedrich Otto, war unerwartet früh verstorben und das 1890 gegründete Familienunternehmen brauchte eine Nachfolge.

Hansens nahmen sie an und entwickelten das Immobiliengeschäft mit neuen Ideen weiter. Ursula Hansen war die erste Marketing Professorin Deutschlands für Nachhaltigkeit im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover, die Einbindung von sozialem und ökologischem Engagement in die Unternehmensführung lag ihr sehr am Herzen. „Diese Einbindung war in den ersten Jahren nicht immer leicht, es brauchte viel Aufklärungsarbeit und hat auch den ein oder anderen Kundenkontakt gekostet – doch es hat das Unternehmen auf einen konsequenten Weg geführt: Nachhaltigkeit ist heute fester Bestandteil in allen Geschäftsbereichen“, erzählt Lorenz Hansen, geschäftsführender Gesellschafter der Firmengruppe Gundlach.

Mit 174 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist Gundlach Bau- und Immobilien heute in den Bereichen Hochbau, Modernisierung, Bauträger sowie Immobilienvermietung und -verwaltung tätig. Egal, um welches Projekt es sich handelt – die Frage „was ist daran nachhaltig?“ wird während der Planung immer gestellt. Dabei geht es sowohl um ökologische als auch soziale Aspekte, ohne die Wirtschaftlichkeit außer Acht zu lassen.

Vor rund drei Jahrzehnten von Vater Peter Hansen initiiert, schafft Gundlach beispielsweise in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Wohnraum für benachteiligte Personengruppen, wie ehemals wohnungslose Frauen und Männer.

Ein aktuelles Großprojekt des Unternehmens ist der Bau von Reihenhäusern, Miet- und Eigentumswohnungen in Hilligenwöhren für alle Altersgruppen und sozialen Schichten. In diesem Bauvorhaben werden Lösungen für das klimanagepasste Wohnen der Zukunft angewandt, wie die Berücksichtigung von Frischluftschneisen, Verschattung oder Energiefreundlichkeit. Begleitet wird das Bauvorhaben von KlimaWohl, einem Forschungsprojekt der Landeshauptstadt Hannover und gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.

„Auch mit diesem Projekt werden wir wieder dazu lernen und erfahren, wie man vermeintliche Hürden überwinden kann. Neue Wege zu gehen ist nicht immer leicht, aber es lohnt sich“, sagt Lorenz Hansen abschließend.

Das DNWE beglückwünscht das Team von Gundlach zu diesem Erfolg und wünscht weiterhin viel Erfolg für den Wettbewerb.

 

Über den CSR Preis der Bundesregierung

Bereits zum dritten Mal zeichnet die Bundesregierung mit dem Corporate Social Responsibility-Preis verantwortungsvolles Handeln in der Wirtschaft aus. In diesem Jahr werden zudem auch zwei Sonderpreise für betriebliche Integration geflüchteter Menschen und nachhaltige Lieferketten verliehen.

Mit dem CSR-Preis will die Bundesregierung herausragende Beispiele gesellschaftlicher Verantwortung und verantwortungsvoller Unternehmensführung honorieren und auszeichnen, um weitere Anreize für Unternehmen zu schaffen, das eigene Wirtschaften nachhaltig auszurichten.

Die hochrangig besetzte Jury unter der Leitung von Yasmin Fahimi wird über die Preisvergabe entscheiden. Im Mittelpunkt des Wettbewerbs stehen nicht in erster Linie Einzelaktivitäten, sondern das gesamte Handeln eines Unternehmens. In den fünf Aktionsfeldern „Unternehmensführung“, „Markt“, „Arbeitsplatz“, „Umwelt“ und „Gemeinwesen“ stellen die Bewerber ihre Strategien, Umsetzungsideen und Ergebnisse vor. Das Besondere: Der CSR-Preis der Bundesregierung ist ein Lernpreis. Alle Wettbewerbsteilnehmer erhalten eine individuelle, wissenschaftlich begleitete Auswertung ihrer Nachhaltigkeitsleistungen. So können die Teilnehmer klarer einschätzen, wie sie im Vergleich zu anderen abschneiden und wo Verbesserungspotentiale liegen. Die Unternehmen können sich in drei Größenkategorien bewerben: kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 249 Beschäftigten, Unternehmen mit 250 bis 999 Angestellten und Großunternehmen ab 1.000 Beschäftigte. Der CSR-Preis steht unter der Schirmherrschaft von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles, die im Januar 2017 die Auszeichnungen übergeben wird.

Lorenz Hansen, geschäftsführender Gesellschafter Gundlach GmbH & Co. KG, zur Teilnahme am CSR Preis:

„Die Beschäftigung mit dem umfangreichen Fragenkatalog der Bewerbung für den CSR-Preis der Bundesregierung gibt einen guten Überblick und führt zur tieferen Reflektion der relevanten CSR-Themen. Die Bewerbung ist damit ein Gradmesser für die Themendurchdringung im eigenen Unternehmen, gibt Denkimpulse und hat uns bestätigt, den Weg weiter zu gehen. Wir freuen uns auch über die Chance von anderen engagierten Unternehmen zu lernen, im Rahmen des Praxistages für die Nominierten.“

Sonderpreise

Erstmalig werden in diesem Jahr auch zwei Sonderpreise verliehen, um den neuen Herausforderungen an nachhaltiges Unternehmenshandeln Rechnung zu tragen. Ein Preis richtet sich speziell an kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 249 Mitarbeitern und prämiert die betriebliche Integration geflüchteter Menschen in Praktika, Ausbildung oder Anstellung.

Der zweite Sonderpreis „Verantwortungsvolles Lieferkettenmanagement“ prämiert Unternehmen aus allen Größenkategorien, die ihre Lieferketten transparent, sozial fair und ökologisch verträglich gestalten. Die Komplexität von Lieferketten stellt Unternehmen heute vor besondere Herausforderungen. Umweltschutz, soziale Standards und regionale Wertschöpfung zu vereinen, erfordert Maßnahmen, die über die eigenen Unternehmensgrenzen hinausgehen.

Mitglieder der Jury

  • Yasmin Fahimi (Jury-Vorsitz): Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
  • Gunther Adler: Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
  • Achim Dercks: stellvertretender Hauptgeschäftsführer, Deutscher Industrie- und Handelskammertag e.V.
  • Reiner Hoffmann: Vorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes
  • Heino von Meyer: Leiter OECD Berlin Centre
  • Dr. Edda Müller: Vorstandsvorsitzende des Transparency International Deutschland e.V.
  • Klaus Müller: Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband e.V.
  • Birgit Riess: Director Programm Unternehmen in der Gesellschaft, Bertelsmann Stiftung
  • Rainer Sontowski: Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
  • Michael Windfuhr: stellvertretender Direktor Deutsches Institut für Menschenrechte
  • Dr. habil. Josef Wieland: Direktor, Leadership Excellence Institut Zeppelin (LEIZ) an der Zeppelin Universität

 

Informationen

Weitere Informationen zum CSR-Preis finden Sie unter www.csr-preis-bund.de

Webseite Gundlach Bau- und Immobilien GmbH & Co. KG: www.gundlach-bau.de

Bild: Gundlach Ökologieteam;
Quelle: CSR Preis der Bundesregierung

 

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