von Sarah Laubach, 10/2019

 

Von August bis Oktober 2019 bekam ich nach einer initiativen Bewerbung die Möglichkeit, mich in die Arbeit der Geschäftsstelle des Deutschen Netzwerk Wirtschaftsethik e.V. (DNWE) in Konstanz im Rahmen eines Praktikums einzubringen.

Im persönlichen Bewerbungsgespräch berichtete mir DNWE Geschäftsführer Herr Kissmehl über die Aufgabenbereiche, bei denen ich das DNWE während meiner Praktikumszeit unterstützen könnte. Zwei umfangreichere Projekte waren hierbei die Organisation der Ende September stattfindenden DNWE Jahrestagung und eines unmittelbar zuvor anstehenden vereinsinternen Strategieworkshops. Für letzteren wurde mir die Möglichkeit in Aussicht gestellt, mich aktiv/federführend in die organisatorische Ausarbeitung einer neu überarbeiteten Strategie für den Verein einzubringen, in Vorbereitung auf den Workshop.  Als weitere Aufgaben waren für mich administrative Tätigkeiten zur Unterstützung der täglichen Geschäftsstellenarbeit angedacht, wie zum Beispiel die Mitgliederverwaltung (u. a. mit Hilfe der Vereinssoftware „easyVerein“) und -kommunikation sowie der Umgang mit der Vereins-Homepage, die in vielerlei Hinsicht aktualisiert werden sollte.  Zwar musste ich die Frage, ob ich praktische Vorkenntnisse zu Homepage-Arbeit mitbringe, verneinen, jedoch bestärkte mich die von vorneherein durch Herrn Kissmehl kommunizierte Einstellung, Wissenslücken durch Teamarbeit und Motivation zu füllen und so auf längere Sicht zu beseitigen.

Die Planungen zur DNWE Jahrestagung am 27. September 2019 waren zum Praktikumsantritt bereits seit einiger Zeit im Gange. Das Programm stand größtenteils und die Planung hinsichtlich der Programm-Details lag in den Händen des DNWE Geschäftsführers sowie bei der diesjährigen Tagung in denen der Verantwortlichen des Co-Organisators ICC Germany e.V. Die Administration der Anmeldungen zur Tagung konnte ich – bis auf die bereits erstellte Anmeldeseite auf der DNWE Homepage und voreingestellte automatische Rückmeldung bei Anmeldung – vollständig übernehmen. Die Anmeldungen wurden mit Hilfe einer Excel-Liste verwaltet, in denen neben den Kontaktdaten der Teilnehmenden der Anmeldestatus vermerkt und im Fall von externen Teilnehmenden eine entsprechende Rechnung ausgestellt werden musste.
Mit der verantwortlichen Organisatorin vonseiten der ICC Germany fand wöchentlich ein gemeinsames Telefonat statt, während dessen der aktuelle Stand der Tagungsplanung besprochen und die Verantwortlichkeit für ausstehende To Do’s festgelegt wurde.

Neben der Teilnehmer-Administration durfte ich die Kommunikation mit dem Caterer am Tagungsort übernehmen. Diese verlief dank des Verantwortlichen seitens des Hauscaterers der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in Eschborn, Tagungsort der DNWE Jahrestagung 2019, unkompliziert.  Ebenfalls kümmerte ich mich um die Koordination in Bezug auf den Austragungsort, wobei ich in stetigem Kontakt mit der Verantwortlichen der GIZ stand. Mit ihr klärte ich Fragen in Bezug auf die Räumlichkeiten und (technische) Ausstattung vor Ort und kommunizierte unsere Wünsche hinsichtlich zusätzlich benötigter Ausstattungs-Utensilien (Mikrophone, Sessel, Pinnwände etc.) für die Tagung. Dies brachte zwischenzeitlich einige koordinatorische Herausforderungen im Hinblick auf die Platzkapazitäten und einzuhaltenden Fluchtwege mit sich, die es zum Beispiel bei der Planung einer Auslage für Sponsoren und Kooperationspartner zu berücksichtigen galt. Erschwert wurde die Organisation vor Ort dadurch, dass wir aufgrund der räumlichen Entfernung auf eine Besichtigung der Räumlichkeiten verzichten mussten und somit auf die detaillierten Informationen durch die GIZ-Organisatorin angewiesen waren, was jedoch dank deren guter Zuarbeit sehr gut funktionierte – ebenso wie der Versand von Tagungs- und Werbematerialien durch uns sowie Sponsoren und Kooperationspartner an den Tagungsort nach Eschborn.

Neben den Vorbereitungen für die Jahrestagung konnte ich mich umfassend in die Organisation des Strategieworkshops einbringen, welcher zusammen mit der Vorstandssitzung und Mitgliederversammlung am Vortag der Jahrestagung am 26. September stattfinden sollte. Als Ergebnis des Workshops sollte die Ausarbeitung von neu überarbeiteten lang- und kurzfristigen Strategien für das DNWE stehen, um das übergeordnete Ziel, einen (größeren) Mehrwert für die Vereinsmitglieder zu schaffen, zu erreichen. Durch die Entwicklung von Strategien zur praktischen Umsetzung der Selbstauffassung des DNWE, als Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft den Dialog zwischen Theorie und Praxis zu gestalten, sollte ein solcher Mehrwert für die unterschiedlichen Ziel- und Mitgliedsgruppen des DNWE – in konkreterer Form als bis zu diesem Zeitpunkt – geschaffen werden.

Das Mitwirken in der täglichen Vereinsarbeit bestand zu einem großen Teil im Verfassen von Texten zur Kommunikation mit Vereinsmitgliedern zu verschiedenen Themen, wobei die organisatorischen Details der Jahrestagung und des Strategieworkshops den größten Aufgabenbereich darstellten. Ebenfalls galt es, Textbausteine zur Veröffentlichung z.B. auf Nachhaltigkeits-Plattformen zu verfassen und über diese Kanäle die Jahrestagung zu bewerben. In diesem Zusammenhang bestand meine Aufgabe auch darin, den Kontakt zu verschiedenen potentiellen Medienpartnern herzustellen (bzw. vielmehr bestehende Kontakte wiederaufzunehmen). Darüber hinaus wurden Universitäten mit Bezug zu wirtschaftsethischen Themen über die Tagung informiert, um insbesondere auch studentische Interessierte anzusprechen.

Die intensivsten Tage meines Praktikums waren die der internen DNWE Veranstaltungen in Frankfurt am Main und der darauffolgenden Jahrestagung in Eschborn, auf die wir als Team der Geschäftsstelle in den vorangegangenen Monaten hingearbeitet hatten.

Der Tag mit Vorstandssitzung (10:00-13:00 Uhr), Strategieworkshop (14:00-17:00 Uhr) und unmittelbar anschließender Mitgliederversammlung (17:00-19:30 Uhr) verlief – trotz eindeutig ungünstiger, sehr enger zeitlichen Taktung – vor allem dank der interessierten und engagierten Teilnehmenden des Strategieworkshops zur Zufriedenheit des DNWE Vorstands.  Für mich war es dabei sehr spannend, zu erleben, wie solche vereinsinternen Veranstaltungen ablaufen und dabei insbesondere einen Eindruck des Miteinander der DNWE-Mitglieder zu bekommen bzw. die persönliche Kommunikation zu erleben. Dies war besonders eindrucksreich, da mir durch das Mitwirken an der Teilnehmer-Verwaltung sehr viele Namen geläufig waren, mir jedoch die Gesichter zu den meisten Mitgliedern fehlten. Ich empfand es daher als bereichernd, während dieses Tages und am darauffolgenden einen persönlichen Eindruck von der sonst virtuellen Kommunikation in der Geschäftsstelle zu bekommen. Interessant waren selbstverständlich auch die Veranstaltungsinhalte, auch wenn ich einem Großteil der Inhalte bereits in der Vorbereitung dieses Tages begegnet war (und mich im Fall des Strategieworkshops vorab intensiv mit den entsprechenden Inhalten befassen konnte). Veranstaltungsübergreifend nehme ich den bleibenden Eindruck vom Ablauf der internen Vereins-Veranstaltungen mit, der für mich vor allem im Hinblick auf die Koordinierung unterschiedlicher Perspektiven auf die Aufgabenbereiche und die Tätigkeit des DNWE äußerst spannend mit anzusehen war.

Am darauffolgenden Tag fand die Jahrestagung des DNWE und gleichzeitig 4. Globale Debatte des Co-Organisators ICC Germany im Hauptgebäude der GIZ in Eschborn statt, unter dem Titel „Unternehmensverantwortung neu denken – worauf es bei Compliance und Nachhaltigkeit wirklich ankommt“. Angemeldet hatten sich im Vorfeld rund 140 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Die Veranstaltung erzeugte dank vieler interessanter Beiträge in Form von Podium-Statements, Diskussions-Panels, Workshops (Einen Bericht zur Jahrestagung finden Sie hier) und der Organisation im Vorfeld positive Resonanz bei den Teilnehmenden und Organisatoren gleichermaßen.

Als besonders positiven Aspekt während der Praktikumszeit empfand ich neben der unglaublich tollen Team-Atmosphäre die Tatsache, dass es mir wirklich möglich war, mich umfassend und an vielen verschiedenen Stellen eigenverantwortlich in die Arbeit der Geschäftsstelle einzubringen.  Vor allem im Zusammenhang mit dem Strategieworkshop konnte ich darüber hinaus auch inhaltlich einiges der DNWE Tätigkeiten mitbekommen. Das Vertrauen, das mir im Hinblick auf das selbstständige Arbeiten vor allem von Herrn Kissmehl entgegengebracht wurde schätze ich in dieser Hinsicht sehr.  Die tolle Möglichkeit für mich, vielfach anstehende Aufgaben der Geschäftsstelle übernehmen zu können, ist gewiss auch dem Umstand zuzuschreiben, dass die Geschäftsstelle mit drei Personen, die hauptsächlich in die Arbeit des DNWE eingebunden waren, während meiner Praktikumszeit aus einem sehr kleinen Team bestand und mit den Vorbereitungen der Jahrestagung und der Veranstaltungen am Tag zuvor während meiner Praktikumszeit somit einiges zu tun war.  Durch Erfahrungsberichte von Freunden und Bekannten sowie aus vorheriger Praktikumserfahrung weiß ich, dass ein Einbringen in einem solchen, größeren Umfang für Praktikanten (noch dazu während einer eher kurzen Praktikumszeit) oftmals nicht möglich ist, meist vermutlich wegen der festen Kompetenz- bzw. Verantwortlichkeits-Strukturen. Daher schätze ich umso mehr die für mich in dieser Hinsicht günstigere Situation in meiner Zeit beim DNWE.

Darüber hinaus habe ich es als besonders spannend empfunden, unmittelbar zu erleben, wie die Arbeit eines Vereins in der Größe des DNWE abläuft – in erster Linie, was es trotz kleiner Größe zum Teil an einem Aufgabenspektrum für die Geschäftsstelle bedarf, vor allem im Hinblick auf die Rolle des DNWE als Dialogplattform, bei der die Organisation von bzw. Mitwirken an Veranstaltungen zu wirtschaftsethischen Themenbereichen einen essentiellen Teil darstellt. Aber auch die Abläufe in Bezug auf die Vereinsstruktur mit den Kompetenzen von Vorstand und z.B. der Regionalforen waren für mich sehr interessant, mit anzusehen.  Großen Spaß gemacht hat mir vor allem die Kommunikation mit den Mitgliedern des DNWE und sonstigen Kooperationspersonen des Vereins – wenn auch größtenteils virtuell per Mail, aber auch telefonisch und dank der beiden Veranstaltungstage in meiner begrenzten Praktikumsdauer sogar persönlich!

Ich habe mich sehr gefreut, das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik als Praktikantin bei der Geschäftsstellenarbeit unterstützen zu dürfen, insbesondere weil mich das Themenspektrum des Vereins sehr interessiert. Das Verständnis des DNWE, den Dialog zwischen Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft anzutreiben und somit den Fokus auf die Schnittstellen zwischen der theoretischen und praktischen Seite des globalen Wirtschaftens zu legen, halte ich für sehr wichtig und sinnvoll. Somit wird im Multi-Stakeholder Format ein Austausch verschiedener Perspektiven gefördert, die alle für sich allein bedeutend für wirtschaftsethisches Handeln sind, aber deren Kombination es bedarf, um dieses in unserer Gesellschaft nachhaltig umzusetzen.

Neben den Eindrücken in diese interessante Thematik während des Praktikums mit Herrn Kissmehl, Frau Buck – und auch Frau Zubrod im selben Büro – Teil eines solch sympathischen Teams zu sein, schätze ich mich sehr glücklich!

Vielen Dank für die schöne Praktikumszeit!

 

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