Know-how entwickeln, Haltung prägen, Botschafter/-in werden: Hochschule definiert Ziele und Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Ressourcenschonung – Orientierung an der Agenda 2030, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs)

Klimaschutz und Regeneration der Umwelt sind DIE Herausforderung der Gegenwart. Dieser stellt sich die Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie die globale Klimakrise aus dem Bewusstsein zu verdrängen droht. “Wir erkennen die weltweite Klimanotlage und rufen diese für die Frankfurt University of Applied Sciences aus”: Unter dieser Präambel hat sie jetzt – als erste hessische Hochschule – eine ambitionierte Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, die als Leitlinie zur Umsetzung konkreter Maßnahmen in Studium, Lehre, Weiterbildung, Forschung und Transfer dient.

Ein greifbares Ziel ist es, spätestens 2030 den gesamten Hochschulbetrieb CO₂-neutral zu führen. Weiterer wichtiger Schritt: Die Frankfurt UAS kooperiert grundsätzlich nur noch mit Unternehmen und Organisationen, die sich der Nachhaltigkeit – wo nachprüfbar – verpflichten. Auch über Anschaffungen und Beauftragungen entscheidet das Gebot der Nachhaltigkeit. Die Frankfurt UAS versteht sich als Reallabor und Modellprojekt für zukunftsfähige Gebäude-, Campus- und Grünflächenplanung sowie Mobilitätsformen. Auch eine Zertifizierung als Fairtrade-University ist angestrebt. Ein neues, interdisziplinäres Büro für Nachhaltigkeit soll alle Aktivitäten aufeinander abstimmen.

Das Nachhaltigkeitskonzept wurde gemeinschaftlich von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden der Hochschule initiiert und im Februar einstimmig vom Senat der Frankfurt UAS beschlossen.

“Für uns als Studierende ist es wichtig, dass Nachhaltigkeit nicht nur auf dem Papier steht, sondern auch in unserem Studium zum festen Bestandteil wird und z.B. ein Nachhaltigkeitszertifikat erworben werden kann. Gerade wir als Studierende haben die Möglichkeit, an unserer zukünftigen Arbeitsstätte im Sinne der Nachhaltigkeit und damit für den Klimaschutz und die Regeneration der Umwelt zu wirken”, so Sascha Hippert, Vorsitzender des Studierendenparlaments (StuPa) der Frankfurt UAS, das die Nachhaltigkeitsstrategie klar bestätigt hat.

Getragen von dem Leitsatz “Know-how entwickeln, Haltung prägen, Botschafter/-in werden” will die Hochschule Vorbild sein und andere inspirieren, es ihr gleich zu tun. “Wir sind uns unserer Verantwortung als Hochschule für Chancen durch Bildung und Stakeholder der Region Frankfurt/Rhein-Main bewusst. Schon längst sind nachhaltige und klimarelevante Themen bei uns Bestandteil von Lehrveranstaltungen und Forschungsprojekten”, betont Prof. Dr. Martina Klärle, die als Vizepräsidentin für Forschung, Weiterbildung und Transfer der Frankfurt UAS und selbst Trägerin des Deutschen Nachhaltigkeitspreises den Transformationsprozess zu mehr Nachhaltigkeit maßgeblich vorantreibt und der Nachhaltigkeitsbewegung eine Plattform bereitet hat. “Die Nachhaltigkeitsstrategie bündelt unsere Anstrengungen und motiviert alle Beteiligten, neue Ideen zu entwickeln und umzusetzen.” Damit orientiert sich die Hochschule an der Agenda 2030, den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs).

Die Nachhaltigkeitsstrategie soll partizipativ im Zweijahresrhythmus fortgeschrieben werden. Sie umfasst insgesamt fünf Bereiche, für die die Studierenden, Lehrenden, Forschenden und Mitarbeitenden folgende Ziele definiert haben:

 

1. Nachhaltigkeit in Studium und Lehre

Die Hochschule will Nachhaltigkeit als Querschnittsthema in allen Studiengängen implementieren. Neben Fachwissen wird so auch Orientierungswissen vermittelt, ebenso die Fähigkeit, ökologische, soziale und ökonomische Aspekte zu bewerten und im Sinne der Nachhaltigkeit gegeneinander abzuwägen.

 

2. Nachhaltigkeit in Forschung

Die Hochschule schafft ein wissenschaftliches Umfeld, das Forschung zur Nachhaltigkeit fördert, und qualifiziert in diesem interdisziplinären Themenfeld wissenschaftlichen Nachwuchs. Mit den Forschungsergebnissen stellt sie Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung einer zukunftsfähigen Welt bereit. Die Frankfurt UAS teilt die Forschungsergebnisse und macht diese für die Öffentlichkeit sichtbar.

 

3. Nachhaltigkeit in Weiterbildung und Transfer

Die Hochschule bietet den Transfer ihres Wissens Kommunen, Unternehmen, Behörden und weiteren Institutionen der Gesellschaft an. Sie unterstützt diese in ihrem Transformationsprozess hin zu mehr Nachhaltigkeit, indem sie technische, soziale und institutionelle Innovationen begleitet. Für Transferleistungen zu mehr Nachhaltigkeit bietet sie Kooperations- und Kommunikationsformate an. Sie offeriert Alumni, Hochschulangehörigen und der Öffentlichkeit Weiterbildungsangebote zur Nachhaltigkeit.

 

4. Nachhaltigkeit in Hochschulbetrieb und Campusentwicklung

Die Frankfurt UAS lebt ihren Transformationsprozess hin zur nachhaltigen Hochschule authentisch vor und lädt die Öffentlichkeit und Stadtgesellschaft ein, auf ihrem Campus das Thema Nachhaltigkeit unmittelbar zu erleben. Sie sorgt für gesundheitsfördernde Studien- und Arbeitsbedingungen, beispielsweise durch ein breites Hochschulsportangebot und flexible Arbeits- und Studienbedingungen. Baumaßnahmen werden mit dem Ziel der CO₂-Neutralität geplant, ausgeschrieben und realisiert. Die Ressourcen- und Energieverbräuche werden abgebildet, um die Infrastruktur entsprechend zu justieren. Über Anschaffungen und Beauftragungen entscheidet das Gebot der Nachhaltigkeit und sichert so, dass diese nicht an der Finanzierbarkeit scheitert. Die Frankfurt UAS geht grundsätzlich nur noch Kooperationen mit Unternehmen und Organisationen ein, die sich der Nachhaltigkeit – wo nachprüfbar – verpflichten.

 

5. Institutionalisierung der Nachhaltigkeit

Die Frankfurt UAS gründet ein “Büro für Nachhaltigkeit”, um alle Aktivitäten in Studium, Lehre, Forschung, Weiterbildung und Transfer sowie im gesamten Hochschulbetrieb im Sinne der Nachhaltigkeit aufeinander abzustimmen.

 

Parallel zur Strategie wurden 111 konkrete Maßnahmen erdacht, die so rasch wie möglich umgesetzt werden sollen; geplant sind u.a. die Einrichtung von vier Nachhaltigkeitsprofessuren (je eine pro Fachbereich) und ein Studium-Generale-Modul “Nachhaltigkeitsstrategie der Frankfurt UAS – global denken, lokal handeln”, das bereits im Sommersemester 2021 startet.

Am 28. April 2021 sind alle Mitarbeitenden, Lehrenden und Studierenden zum zweiten Nachhaltigkeitstalk eingeladen, um weitere Ideen auf den Weg zu bringen.

 

Weitere Informationen

www.frankfurt-university.de/nachhaltigkeit

 

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