Prof. Dr. Josef Wieland und Isabel Jandeisek (Leadership Excellence Institute| LEIZ der Zeppelin Universität) sind als Mitglieder der Arbeitsgruppe „Nachhaltigkeit in globalen Wertschöpfungsketten“ eingeladen, Ideen in den Think 20-Prozess für den anstehenden G20-Gipfel im Juli einzubringen. Ziel der Arbeitsgruppe ist dabei, wissenschaftlich fundierte Ratschläge für weltweite Herausforderungen, sowie konkrete Empfehlungen zur Gestaltung der Nachhaltigkeit globaler Handels- und Investitionspraktiken auszusprechen. In der internationalen Arbeitsgruppe wurde nun ein Policy Brief erarbeitet, der nach erfolgreicher Abstimmung auch online einsehbar ist.

Gefordert wird darin die Etablierung eines Globalen Pakts für nachhaltigen Handel zur Sicherung ökologischer Mindeststandards, Arbeitsbedingungen sowie der Wahrung der Menschenrechte. Für das Gelingen eines solchen globalen Pakts gilt auch der Aufruf an die WTO, ihre Entscheidungsprozesse und Streitbeilegungsorgane zu Fragen von Handel und Investment entlang der UN Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung auszurichten. Weiterhin betonen die Autoren des Policy Brief die Notwendigkeit international transparenter Steuerstandards zur Stärkung von Vertrauen und Kooperation zwischen Investoren und Steuerbehörden. Die wachsende Bedeutung globaler Dialoge zugunsten verantwortlicher Handels- und Investitionspraktiken – so auch der Globale Pakt – spiegelt hierbei aktuell dringliche Legitimitätsfragen des Welthandels wider.

Der Vorschlag eines „Global Pact for Sustainable Trade“ könnte dazu führen, dass soziale Anliegen – wie sie etwa im „vision zero fund“ der ILO formuliert sind – oder die Umsetzung der „UN Guidelines on Business and Human Rights“ als Zeichen einer wachsenden Bedeutung für die Unternehmen der Wirtschaft und die Organisationen der Zivilgesellschaft verstanden werden. Auch die Orientierung am „shared value“ durch Unternehmen in den globalen Wertschöpfungsketten könnte so eine wirksame Beachtung finden.

Der Policy Brief ist abrufbar unter: http://www.g20-insights.org/policy_briefs/fostering-sustainability-global-value-chains-gvcs/

 

Zu den Personen

Prof. Dr. Josef Wieland

Prof. Dr. Josef Wieland ist Professor für Institutional Economics, Organisational Governance, Integrity Management & Transcultural Leadership und Direktor des Leadership Excellence Institute Zeppelin an der Zeppelin Universität in Friedrichshafen sowie seit 2012 Vorsitzender des Deutschen Netzwerks Wirtschaftsethik. Er ist Mitglied des vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierten CSR-Forums der Bundesregierung, Co-Leiter der Lenkungsgruppe „Berliner CSR-Konsens“, Co-Arbeitsgruppenleiter im Think20-Prozess zur Vorbereitung der deutschen G20-Präsidentschaft, Mitglied im Beirat der Landesregierung des Landes Baden-Württemberg für nachhaltige Entwicklung und hat an der Entwicklung des Standards ISO 26000 mitgearbeitet.

Prof. Dr. Josef Wieland ist Träger des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik 1999 des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln sowie des Preises für Angewandte Forschung (Landesforschungspreis) Baden-Württemberg 2004. Seit 2005 ist er Mitglied des Kuratoriums für die Vergabe des Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik.

wieland@dnwe.de

 

Isabel Jandeisek

Isabel Jandeisek ist akademische Mitarbeiterin und Doktorandin bei Prof. Dr. Josef Wieland am Leadership Excellence Institut Zeppelin | LEIZ der Zeppelin Universität. Dort arbeitet sie an den Forschungsschwerpunkten Governanceökonomik, Corporate Responsibility und der UN Agenda 2030. Im Rahmen ihrer Promotion war sie im Jahr 2016 eingeladene Gastwissenschaftlerin für einen Forschungsaufenthalt in New York.

 

 

 

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