Das Forum Nachhaltiger Kakao, die Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao und die belgische Plattform Beyond Chocolate bündeln ihre Anstrengungen für mehr Nachhaltigkeit in der Kakao-Lieferkette. Dieses Übereinkommen wurde durch die Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) bekräftigt.

Alle drei Initiativen vereinen einen Großteil der nationalen Kakao- und Schokoladenindustrie, Unternehmen des Lebensmittelhandels, zivilgesellschaftliche Organisationen und Forschungseinrichtungen und Vertreter der jeweiligen nationalen Regierung. Die Zusammenarbeit der drei Plattformen dient als Verstärker, um die Schlüsselprobleme im Kakaosektor zu überwinden. Dies sind missbräuchliche Kinderarbeit, ein existenzsicherndes Einkommen für die Kakaobauern und -bäuerinnen und deren Familien, eine bessere Transparenz und Rückverfolgbarkeit innerhalb der Kakao-Lieferkette und ein Stopp der durch Kakaoanbau bedingten Entwaldung. Deutschland, die Schweiz und Belgien stehen für rund 19 Prozent des weltweiten Kakaoimports, der im Wesentlichen aus Westafrika bezogen wird, und für 11 Prozent des weltweiten Kakaokonsums (Quelle: International Cocoa Organization (ICCO), QBCS, Vol. XLVI No. 1, Table 19 und 40; Bezugsjahr 2018/19).

Das Forum Nachhaltiger Kakao und die Schweizer Plattform hatten im Januar 2018 eine erste Absichtserklärung unterzeichnet. Das jetzige Übereinkommen schließt die Multistakeholder-Initiative Beyond Chocolate ein, die im Dezember 2018 in Belgien gegründet wurde. Ein wesentlicher Baustein der jetzt unterzeichneten Erklärung ist ein harmonisiertes Monitoringsystem. Dafür verständigten sich die drei Initiativen auf gemeinsame Indikatoren für die Wirkungskontrolle und Berichterstattung zu den vier Hauptherausforderungen im Kakaosektor: Kinderarbeit, Armut, Rückverfolgbarkeit, Entwaldung. Ein solches koordiniertes Vorgehen auf europäischer Ebene verbessert die Transparenz und ermöglicht eine bessere strategische Priorisierung.

Wolf Kropp-Büttner, der Vorstandsvorsitzende des Forum Nachhaltiger Kakao, sagte anlässlich der Unterzeichnung: “Die drei Plattformen gemeinsam bilden die Grundlage für ein auf europäischer Ebene koordiniertes Vorgehen hin zu einer nachhaltigen Kakao-Lieferkette. Alle wichtigen Akteure sind an Bord, und wir stehen im aktiven Austausch mit den politischen Vertretern sowie mit den Produzentenländern. Die Wirkungsmessung und die transparente Bericht- erstattung machen Lernerfahrungen und damit Verbesserungen möglich.”

Ernst A. Brugger, der Präsident der Schweizer Plattform für Nachhaltigen Kakao, sagte: “Heute haben wir ein neues Level an Stärke erreicht, um Nachhaltigkeit im Kakaosektor voranzubringen. Durch unsere engere Zusammenarbeit hier in Europa können wir unsere Anstrengungen vervielfachen – zum Wohlergehen der Kakaobauern und -bäuerinnen und der Umwelt in den Anbauländern.”

Philippe de Selliers, Vorsitzender des Steuerungskomitees von Beyond Chocolate, sagte: “Die Plattformen der drei europäischen Konsumländer werden ihre Zusammenarbeit jetzt fortsetzen, ihr Wissen und ihre Erfahrungen austauschen und voneinander lernen. Das hilft, die gemeinsamen Anstrengungen zu beschleunigen und die darin eingebundenen Kakaobauern- haushalte davon profitieren zu lassen.”

Als nächster Schritt steht die Weiterentwicklung des gemeinsamen Monitoringsystems an. Hierfür haben die drei Initiativen bereits einheitliche Indikatoren für die Wirkungskontrolle bei den Hauptherausforderungen erarbeitet. Ein weiteres vorrangiges Thema ist die Einhaltung der Menschenrechte innerhalb der Kakao-Lieferkette. Hierzu werden die drei europäischen Initiativen in einem gemeinsamen Workshop strategische Lösungsansätze und Wirkungsnachweise diskutieren und dann in den internationalen Dialog einbringen. Darüber hinaus wird es Veranstaltungen und Erfahrungsaustausch zu weiteren Themen geben, die mit einer nachhaltigen Kakao-Wertschöpfungskette verbunden sind.

 

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