Nachhaltiger Konsum ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Deshalb muss die Bundesregierung politische Rahmenbedingungen dafür schaffen. Die wichtigsten Akteure auf dem Markt – Hersteller und Handel – müssen bei der Umsetzung des Nationalen Programms für nachhaltigen Konsum (NPNK) in die Pflicht genommen werden. Das fordern der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und 31 seiner Mitgliedsorganisationen in ihrer Stellungnahme.

„Kaufentscheidungen müssen durch wenige und glaubwürdige Labels vereinfacht werden. Nur so können sich Verbraucher orientieren und nur so entsteht Vertrauen“, sagt Klaus Müller, Vorstand des vzbv. „Deshalb fordert der vzbv Siegel, die auf ambitionierten staatlichen, sozial-ökologischen Mindestanforderungen basieren. Staatlich kontrolliert und bei Verstößen sanktioniert.“ Der vzbv begrüßt das Nationale Programm für nachhaltigen Konsum als ersten Schritt zur Umsetzung des Sustainable Development Goals 12 der Vereinten Nationen: „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sicherstellen“.

Grundlegender Perspektivwechsel nötig

Für nachhaltigen Konsum tragen Regierung, Wirtschaft und Verbraucher eine geteilte Verantwortung – eine „Politik mit dem Einkaufskorb“ alleine durch Verbraucher führt nicht zum Erfolg. Damit Verbraucher nachhaltig konsumieren können, muss die Bundesregierung erst die Weichen dafür stellen. Nachhaltiger Konsum muss möglichst breit mit allen Verbrauchern diskutiert werden, unabhängig von sozialem Status und bisherigem Umweltverhalten. „Eine ehrliche Diskussion muss auch soziale Ungleichheiten thematisieren: nicht alle Verbraucher haben die gleiche Kaufkraft“, so Müller. Politische Rahmenbedingungen für nachhaltigen Konsum sollten deshalb eine Gesellschaft fördern, die alle Verbrauchergruppen einschließt: Senioren, Kinder, Behinderte, sozial schwache Familien sowie Migranten und Flüchtlinge.

Nachhaltiger Konsum ist Verbraucherschutz

Nachhaltiger Konsum bildet eine Dimension von Verbraucherschutz: Sichere Produkte, faire Preise und verständliche Produktinformation und -kennzeichnung sind wichtig für Verbraucher. Daneben hat Konsum aber auch Auswirkungen auf Arbeitnehmerrechte sowie Sozial- und Umweltstandards, nicht nur bei uns, sondern auch in den Produktionsländern. Verbraucher müssen sich daher über die Folgen ihres Konsums bewusst werden können und Alternativen auf dem Markt vorfinden. Nur dann haben sie die Möglichkeit, ihr Konsumverhalten kritisch zu bewerten und zu ändern. Eine Produktkennzeichnung durch ein „Zweites Preisschild“ („Öko-Etikett“) ist nur dann sinnvoll, wenn der Gesetzgeber politische Maßnahmen ergreift, um schlechte Produktionsbedingungen zu verbessern oder gar zu verhindern.

Der vzbv wird die Weiterentwicklung des NPNK deshalb kritisch begleiten.

Die Stellungnahme des vzbv und seiner Mitgliedsorganisationen können Sie als PDF-Datei herunterladen.

Downloads

Nachhaltiger Konsum – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe | Stellungnahme des vzbv und seiner Mitgliedsorganisationen pdf 126.5 KB

Weitere Informationen
Unternehmensverantwortung muss auch gegenüber Verbrauchern gelten

 
Bild: Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv);
Quelle: vzbv – Jan Zappner

 

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