Universität Osnabrück erfolgreich bei der Einwerbung eines Millionenprojektes – „TransGem“ erforscht Rolle von Gemeinschaften für nachhaltige Entwicklung

Die Universität Osnabrück ist zum wiederholten Male erfolgreich beteiligt an der Einwerbung eines Millionenprojektes zum Thema Nachhaltigkeit. Das interdisziplinäre Projekt „Transformation durch Gemeinschaft. Prozesse kollektiver Subjektivierung im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ (TransGem) wird in den nächsten drei Jahren im Förderprogramm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ des Landes Niedersachsen und der VolkswagenStiftung mit mehr als einer Million Euro gefördert. In Osnabrück waren Prof. Dr. Karsten Müller und Dr. Regina Kempen vom Fachgebiet Arbeits- und Organisationspsychologie an der Antragstellung beteiligt. Koordiniert wird das Projekt an der Universität Oldenburg.

„Ich freue mich sehr, dass wir erneut ein Projekt zum Thema Nachhaltigkeit in einer kompetitiven Ausschreibung einwerben konnten und die weitere Profilierung der Universität Osnabrück in diesem Bereich stärken“, freut sich Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung Prof. Dr. Susanne Menzel. „Dieses Projekt baut auf vielfältigen Erfahrungen im Bereich Nachhaltigkeitsforschung an der Universität Osnabrück auf und erweitert insbesondere unser Wissen um die Rolle von Individuen und ihrem Beitrag zu nachhaltiger Entwicklung im Spannungsfeld von Unternehmen, Politik, Gemeinschaft und Gesellschaft“, erläutert der Osnabrücker Organisationspsychologe Prof. Müller.

Im Projekt „TransGem“ analysiert ein interdisziplinäres Konsortium, inwiefern Nachhaltigkeitsinitiativen wie Ökodörfer oder landwirtschaftliche Produktionsgemeinschaften Wege in neue Wirtschafts- und Lebensformen ebnen können. Hierfür nehmen sie drei in Niedersachsen beheimatete Gemeinschaften in den Blick: die Lebens- und Arbeitsgemeinschaft gASTWERKe, den Verein Solidarische Landwirtschaft Oldendorf sowie eine Reihe von Initiativen, die in der Dorfgemeinschaft Oberndorf vernetzt sind. Im Fokus steht dabei die Frage, inwiefern Gemeinschafen eine transformative Kraft entwickeln und welche gesellschaftlichen und politischen Konsequenzen damit verbunden sind.

„In unserem Arbeitspaket an der Universität Osnabrück geht es um eine psychologische Perspektive auf die Bedingungen und die Effekte der Teilnahme in Nachhaltigkeitsgemeinschaften“, erklärt Dr. Regina Kempen. „Dabei spielen Affekte und Emotionen eine besondere Rolle.“ Warum entscheiden sich Individuen, sich aktiv an einer Nachhaltigkeitsgemeinschaft zu beteiligen? Wie wirken sich die Erfahrungen in und die Identifikation mit der Gemeinschaft auf ihr Engagement für Nachhaltigkeit aus? Dazu setzt das Team um Prof. Karsten Müller und Dr. Regina Kempen auf vielfältige quantitative und qualitative Befragungen sowie Methoden des Experience Sampling und Tagebuchaufzeichnungen.

Auf der Grundlage der Analysen soll ein tieferes Verständnis dafür entwickelt werden, wie und in welchem Umfang solche Gemeinschaften Kreativität und Gestaltungskraft auf der Suche nach einer nachhaltigen Zukunft entwickeln.

„An der Universität Osnabrück stärkt das Projekt TransGem in besonderem Maße auch die Aktivitäten der Forschungs-Profillinie Mensch-Umwelt-Netzwerke“, erläutert Müller. „Bei diesem Projekt gibt es vielfältige Anknüpfungspunkte für die Erforschung der Rolle von Individuen im Kontext nachhaltiger Entwicklung.“

Mit dem Programm „Wissenschaft für nachhaltige Entwicklung“ fördern das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung Projekte, die disziplinübergreifende Ansätze verfolgen, um die Probleme der Zukunft zu lösen. In der aktuellen Ausschreibungsrunde wurden vier Projekte aus 32 Anträgen ausgewählt. Die Mittel in einer Gesamthöhe Höhe von fast vier Millionen Euro kommen aus dem Niedersächsischen Vorab.

 

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