Als unabhängiges Beratungsgremium erarbeitet der Sachverständigenrat Bioökonomie Bayern Empfehlungen für die weitere Entwicklung der Bioökonomie in Bayern. Einige Ergebnisse seiner Arbeit veröffentlicht der Rat nun in Form von kurzen Themenpapieren. Darin nimmt der Rat zu Schwerpunktthemen der Bioökonomie Stellung und verweist auf Herausforderungen und notwendige Maßnahmen für ihre Entwicklung in Bayern. Mit den Themen „Nachhaltige Landnutzung und Ressourcenstrategie“ und „Leuchtturmprojekte“ sind nun die ersten beiden Papiere der Veröffentlichungsserie auf der Website des Rats www.biooekonomierat-bayern.de/index.php/aktuelles/publikationen verfügbar.

In dem Papier „Nachhaltige Landnutzung und Ressourcenstrategie“ beschreibt der Rat die Bedeutung der Nutzung biogener Ressourcen als wesentlichen Beitrag der Bioökonomie zur nachhaltigen Entwicklung. Eine nachhaltige Bioökonomie zeichnet sich diesbezüglich durch die ausreichende Versorgung mit ausschließlich nachhaltig produzierter Biomasse aus. Der Rat thematisiert mit dem Positionspapier Herausforderungen, die mit diesem Ziel verbunden sind. Gerade die mengenmäßige Versorgung der Bioökonomie mit nachhaltig produzierter Biomasse bringt offene Fragen mit sich: Welcher Anteil der bayerischen Flächen kann für den Anbau nachwachsender Rohstoffe verwendet werden und welche globalen Auswirkungen hat der Import des Mehrbedarfs? Zudem stellt der Rat die Frage nach einem gemeinsamen Verständnis von nachhaltiger Erzeugung von Lebensmitteln und Biomasse in den Raum und sieht die Notwendigkeit, Verbraucher diesbezüglich besser zu informieren.

In seinem zweiten Themenpapier widmet sich der Sachverständigenrat dem Thema „Leuchtturmprojekte der Bioökonomie“. Damit sind vorbildliche Vorhaben gemeint, die neben ihrem eigentlichen Zweck vor allem eine Signalwirkung für zahlreiche Folgevorhaben haben. Aus Sicht des Sachverständigenrats ist die Realisierung von Leuchtturmprojekten eine wichtige Maßnahme, um Innovationen voranzutreiben und die Technologieführerschaft des Standorts Bayern zu unterstreichen. Ein besonderer Fokus könnte auf der Produktion von Energieträgern und Produkten auf Basis biogener Rest- und Abfallstoffe liegen. Dafür sind neue Anlagen im industriellen Maßstab notwendig, bei deren Errichtung auch Synergieeffekte mit bestehenden Strukturen und Anlagen zu beachten sind. In diesem Positionspapier empfiehlt der Sachverständigenrat die Etablierung von Leuchtturmprojekten hin und gibt Handlungsempfehlungen für ihre Umsetzung.

„Die beiden nun vorgestellten Papiere sind die ersten Veröffentlichungen einer Serie von Themenpapieren, mit denen der Rat Schwerpunktthemen der Bioökonomie vorstellt und wesentliche Chancen und Herausforderungen benennt. Sie fassen wesentliche Erkenntnisse der Arbeit unserer Ratsmitglieder sowie aus den Diskussionen, die wir im Sachverständigenrat führen, zusammen. Damit wollen wir zu der Debatte darüber beitragen, wie die Entwicklung der Bioökonomie in Bayern Chancen für eine nachhaltige Entwicklung eröffnen kann“, so Prof. Dr. Markus Vogt, Sprecher des Sachverständigenrats Bioökonomie Bayern. Weitere Veröffentlichungen folgen unter anderem zu den Themen „Biologisch abbaubare Werkstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen“ und „1G-Bioethanoltechnologie im Bioraffinerieverbund“.

 

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