Wie übernehmen Unternehmen Verantwortung für die Klimakrise, für ihre Lieferketten oder den Datenschutz? Das öffentliche Interesse an Unternehmenshandeln und ihren sozialen und ökologischen Wirkungen weltweit ist groß. Und es ist berechtigt – immer mehr Unternehmen informieren daher in Nachhaltigkeitsberichten darüber. Ob diese Berichte Substanz haben, bewerten das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und die Unternehmensvereinigung Future in einem regelmäßigen Ranking der Nachhaltigkeitsberichte. Jetzt ist mit Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales das Ranking 2021 gestartet.

In zwei Wettbewerben bewerten IÖW und Future die aktuellen Nachhaltigkeitsberichte: Zum einen werden die Berichte der 100 größten deutschen Unternehmen bewertet. Zum anderen können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihren aktuellen Bericht bis zum 30. Juni 2021 einreichen. Die Teilnahmebedingungen stehen online unter www.ranking-nachhaltigkeitsberichte.de. Die besten Berichte werden Anfang 2022 auf einer Fachkonferenz ausgezeichnet.

“Nachhaltigkeitsberichte haben für die Unternehmen eine doppelte Funktion. Sie sind Management- und Kommunikationsinstrument zugleich. Wir denken: Unternehmen müssen ihr Tun mit ausgezeichneten Berichten gegenüber der Gesellschaft verantworten”, so Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des IÖW. “Immer wichtiger wird dabei das Thema Unternehmensverantwortung in der digitalen Welt – von Datenschutz bis künstliche Intelligenz. Dies nehmen wir in unserem aktuellen Ranking in den Fokus.”

 

Digitale Verantwortung der Unternehmen spielt stärkere Rolle

“Für Unternehmen bringt eine digitalisierte Gesellschaft neue Herausforderungen – sei es im Umgang mit personenbezogenen Daten oder auch in automatisierten Entscheidungsprozessen mit Hilfe künstlicher Intelligenz”, so Unternehmensexperte Christian Lautermann vom IÖW, Projektleiter im aktuellen Ranking der Nachhaltigkeitsberichte. Das Projektteam erarbeitet ein Konzept für die Corporate Digital Responsibility (CDR) und bezieht verschiedene Stakeholderperspektiven ein, etwa von zivilgesellschaftlichen Organisationen. Das Konzept fließt in das aktuelle Ranking der Nachhaltigkeitsberichte ein. “So können wir einen Überblick gewinnen, mit welchen Themen der Corporate Digital Responsibility sich Unternehmen bereits befassen und wo noch Nachholbedarf besteht”, so Lautermann.

 

Was sehen Unternehmen als wesentlich an und wie hängt das mit politischen Zielen zusammen?

Anforderungen aus Gesetzen, Richtlinien und Rahmenwerken an die Berichterstattung von Unternehmen verändern sich stetig: von der CSR-Berichtspflicht über die Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI) und den Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK) bis hin zu den Sustainable Development Goals (SDGs) und der Gemeinwohl-Bilanzierung. Die dynamische Weiterentwicklung der Reporting-Landschaft spiegelt sich auch im Ranking wider: “Um den aktuellen Entwicklungen gerecht zu werden, stärken wir in unseren Bewertungskriterien etwa die Bedeutung des Wesentlichkeitsprinzips sowie die Anforderung, dass die Unternehmen ihre Berichte in einen Zusammenhang zu politischen Zielsetzungen stellen und ihre eigenen Leistungen reflektieren”, so Udo Westermann von Future.

 

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