Digitale Technologien wie künstliche Intelligenz, Blockchain, Smart City oder autonomes Fahren öffnen neue Geschäftsfelder für die Wirtschaft. Die Gesellschaft kann von solchen Zukunftstechnologien durch Effizienz, Automatisierung und Transparenz profitieren. Doch haben digitale Technologien Risiken und Nebenwirkungen – für die Mitarbeitenden in Unternehmen, für die Umwelt und für die Gesellschaft. Wie Unternehmen im digitalen Wandel systematisch Verantwortung übernehmen können, zeigt das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) in einer Studie zur “Corporate Digital Responsibility” (CDR). Die Forschenden analysierten Nachhaltigkeitsberichte von über 60 deutschen Großunternehmen und schlussfolgern, dass die Unternehmen über die Branchen hinweg ihre Rolle als Nutzer digitaler Angebote stärker beachten müssen. Dabei geht es um Themen wie Datenschutz, ethische Fragen künstlicher Intelligenz oder die Auswirkungen digitaler Hardware und Infrastrukturen auf den Klimawandel.

“Die Anbieter digitaler Technologien und Tools wie Internet-Startups, Tech-Konzerne oder die Plattformökonomie tragen eine besondere Digitalverantwortung”, so Unternehmensexperte Christian Lautermann vom IÖW. “Aber Corporate Digital Responsibility ist ein Thema für Firmen aller Branchen. Wer digitale Tools und Technologien in Geschäftsprozessen einsetzt, muss sich auch mit den sozial-ökologischen Implikationen auseinandersetzen.”

 

Digitalisierung im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung

In der Studie, die das IÖW mit Förderung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) erarbeitet hat, stellt das Institut ein wissenschaftlich fundiertes Konzept mit allen wesentlichen Handlungsfeldern zur digitalen Unternehmensverantwortung vor. Die Studie gibt Unternehmen ein Konzept an die Hand, wie sie ihre Digitalisierung im Einklang mit einer nachhaltigen Entwicklung gestalten können.

“Ob im Bereich Personal, in der Produktion und Verwaltung, bei der Beschaffung und Logistik oder bei der Unternehmensführung – Firmen müssen die Folgen der Digitalisierung in vielen Handlungsfeldern beachten”, so Vivian Frick, Wissenschaftlerin am IÖW und Mitverfasserin der Studie. “Im digitalen Zeitalter ist es erforderlich, dass das Konzept der Corporate Social Responsibility zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen ein Upgrade erfährt, indem es um die Corporate Digital Responsibility erweitert wird. Indem unser Konzept CDR in die etablierten Handlungsfelder der Unternehmensverantwortung integriert, können Firmen ihre Digitalverantwortung in bereits bestehende Strukturen einbetten.”

 

Wie deutsche Unternehmen mit ihrer Digitalverantwortung umgehen

Die Studie ermöglicht Unternehmen, die sich mit ihrer Digitalverantwortung auseinandersetzen wollen, einen Blick über den eigenen Tellerrand: Sie zeigt systematisch auf, wie deutsche Großunternehmen zahlreicher Branchen in ihrer Nachhaltigkeitsberichterstattung CDR-Themen verstehen und angehen. “So erkennt man etwa, dass Unternehmen in stärker regulierten Bereichen wie beim Datenschutz schon viel zu sagen haben, während unklare oder indirekte Auswirkungen der Digitalisierung wie etwa der ökologische Rucksack digitaler Anwendungen noch wenig Beachtung finden”, erläutert Christian Lautermann.

Durch solche Auswertungen hilft die Studie Akteuren aus Politik und Zivilgesellschaft besser zu erkennen, bei welchen Themen Unternehmen bereits aktiv sind und wo noch Lücken bestehen. “Denn Corporate Digital Responsibility braucht ein Zusammenspiel von Unternehmen sowohl mit der Politik, die den regulativen Rahmen setzt, als auch mit der Zivilgesellschaft, die die Übernahme von digitaler Unternehmensverantwortung kritisch und konstruktiv begleitet und soziale und ökologische Anforderungen formuliert.”

 

Informationen zur Studie:

 

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